Montag, 29. Dezember 2014

Lanzarote -> Las Palmas (Gran Canaria)


Einen Tag später kommen wir nach einem schönen Segeltag dort an. Der Hafen ist sehr voll und wir sind froh noch ein Plätzchen zu bekommen. Unsere Annahme, dass der Hafen nach dem Start der ARC leer sein würde, ist vollkommen falsch. Wir sind überrascht wie viele Segler sich hier für den Sprung über den Atlantik einfinden. Rund um den Hafen gibt es alles, was das Seglerherz begehrt. Auch wir nutzen die vielfältigen Möglichkeiten um unsere Genua flicken zu lassen und  verloren gegangene Segellatten zu ersetzen. Manche Boote segeln direkt von den Kanaren rüber in die Karibik, andere mit Zwischenstopp auf den Kap Verden .

Sehr viele Segler haben sich Brasilien zum Ziel gesetzt. Eins haben alle in diesem Hafen gemeinsam, die Anspannung vor der ersten großen Etappe und die Suche nach dem geeigneten Wetterfenster. Auch wir sind zappelig. Nach den ganzen Verzögerungen wollen wir nun endlich unsere Reise fortsetzen.  Am 16.12.14 um 10.30 Uhr werfen wir die Leinen los. Vor uns liegen ca.900 sm (ca. 8 Tage) bis nach Mindelo auf den Kap Verden.

Sonntag, 30. November 2014

Arrecife /Lanzarote


Nach 6 Tagen Mohammedia laufen wir aus. Die Fahrt nach Arrecife gestaltet sich als echte Herausforderung. Wir geraten in ein Tief, dass uns Wind in Böen bis zu 39 Knoten und eine Welle von ca. 4m bringt. .Dieser Spuk geht fast einen Tag und beschert uns so einige Verluste. Zwei Dieselkanister gehen über Bord, die Halterung von der Großschot bricht, die Genua (Vorsegel) hat ein Loch, die Windanzeige fällt aus und eine Umlenkrolle reißt raus. Wir reparieren was geht notdürftig und kommen schließlich am 27.11.14 glücklich in Arrecife an.

Bis zu den Kanaren sind unsere Segelerlebnisse im Atlantik nicht gerade schön. Im Hafen angekommen erwartet uns Sabines Tochter Kim schon am Steg. Für eine Woche wollen wir mit ihr zusammen Lanzarote erkunden. Der Hafen ist recht neu und modern. Wir treffen hier einige Yachten wieder, die wir schon in La Linea kennen gelernt haben. 

Am Flughafen mieten wir uns ein Auto. Der 1. Tag führt in den Norden der Insel. Das Wetter ist wechselhaft mit vielen Wolken, heftigem Wind und ergiebigen Regenschauern. So mutet das aus schwarzem Lavagestein bestehende Lanzarote auf uns eher trist. Spektakulär sind jedoch die gewaltigen Wellen, die, noch immer vom Sturm genährt, auf die Westküste treffen und sich am Strand brechen oder mit ohrenbetäubendem Lärm gegen den Felsen schmettern - ein sehr beeindruckenden Schauspiel. Immer wieder empfinden wir dabei das glückliche Gefühl, Pamina im sicheren Hafen zu haben und in dieser Zeit nicht auf dem Atlantik sein zu müssen.

Strand von Lanzarote

Das architektonisch interessante Haus von Omar Sharif, welches er nur einen Tag besitzen durfte, nachdem er es im Glücksspiel wieder verloren hat, konnten wir besichtigen. Es wurde aufwendig im Einklang mit der Natur zum größten Teil in den Felsen gebaut. Dadurch entsteht ein vor allem im Sommer sehr angenehmes Mikroklima. Der Ausblick von den vielen Terrassen erstreckt sich über Lanzarote bis zum weit entlegenen Meer. 

Am 2. Tag war uns das Wetter besser gesonnen und wir sind Richtung Süden losgefahren. Im Schein der Sonne zeigte Lanzarote ihr anderes Bild. Die Landschaft veränderte sich in unserem Befinden und erschien freundlicher und bizarrer. Ziel unser Fahrt war ein Gebiet mit noch bestehenden leichten vulkanischen Tätigkeiten. Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, ist das Befahren mit eigenen Pkw’s untersagt. Statt dessen stehen Reisebusse bereit, die den Besuchern in einer fast einstündigen Fahrt das schroffe Gelände präsentieren. Die Vielfalt der Farben und Formen der Gesteine sind in unseren Augen einzigartig und sicherlich sehenswert. Als kleine touristische Attraktionen konnte man bestaunen, wie über heißen Dämpfen Fleisch gegrillt wurde oder Wasserdampffontänen in die Luft schossen.

Lavalandschaft

Lavalandschaft

Lavalandschaft

Wasserdampffontäne

Nach der Besichtigung mehrerer kleiner Dörfer entlang der Küste hatten wir nun nach 2 Tagen fast alles gesehen.

Die meisten Langfahrtensegler glauben stets, nicht genügend Proviant an Bord zu haben und sind fortwährend bemüht, weitere Quellen günstiger Lebensmittel zu finden, um ihren Drang nach weiteren Einkäufen zu befriedigen. Wir stellen da keine Ausnahme dar und sind jedes Mal froh, einen Leihwagen zu besitzen, um mal wieder „ordentlich“ zu bunkern. Lazarote ist in dieser Beziehung ein Paradies und Pamina sinkt wieder etwas tiefer ins Wasser.

Da Warten auf günstiges Wetter hält uns noch etwas fest, bevor wir uns am 10.12.14 um 13:00 Uhr nach Las Palmas (Gran Canaria) starten.

Mohammedia / Marokko



Endlich ist es so weit und der Wind dreht auf Ost und lässt uns durch die Strasse von Gibraltar. Am 15.11.14 um 10.30 Uhr machen wir die Leinen los und ab geht es Richtung Atlantik und den Kanaren. Über 600 sm und 5-6 Tage auf See liegen nun vor uns. Wir sind etwas aufgeregt. Die Passage der Strasse ist wegen der starken Strömung in Richtung Osten, nicht ganz einfach. Da kann es sein, dass man trotz guter Fahrt durchs Wasser, kaum vorankommt. Am Nachmittag beißt ein großer Wolfsbarsch an und sichert uns die nächsten 2 Mahlzeiten.

Gegen Abend haben wir die Strasse passiert und nehmen Kurs auf Lanzarote. Der Wind ist schwach und kommt von vorne, sodass wir unter Motor fahren. Die Wetterberichte für die nächsten Tage sagen ein weiteres Sturmtief voraus. Also beschließen wir Mohammedia an der marokkanischen Küste anzulaufen. Am 17.11.14 nach 190 sm kommen wir früh um 7.00 Uhr dort an. Die kleine Marina besteht aus 2 wackeligen Stegen mit Strom und Wasser, sowie sehr sauberen Toiletten und Duschen. Das Einklarieren stellt sich sehr unkompliziert dar.

Hafen von Mohammedia

Eine deutsche Charterjacht, die auf dem Weg nach Las Palmas war, hatte ebenfalls abgebrochen und hier Schutz gesucht. Diese Unterbrechung war zeitlich nicht eingeplant und die Dauer nicht absehbar. Also mussten die Chartergäste ihre Tour abbrechen und sich Heimflüge von Casablanca aus buchen. Der Skipper blieb an Bord und hat sich eine erfahrene Crew für die Überführung nach Las Palmas geordert. Ebenso liefen noch die deutsche SY TUN und die schweizer SY Bonadea ein. Alle haben hier Schutz vor dem nahenden Tief genommen. So saßen wir wieder einmal fest. Diesmal in Marokko, was sich aber keinesfalls als Nachteil erwies. Zum Einen hat Mohammedia eine bezaubernde Medina und zum Anderen konnten wir uns Casablanca und die Königsstadt Fes anschauen.


Die Zugfahrt nach Fes dauert ca. 4 Std. und ist somit zu weit für einen Tagestrip. Kurzerhand haben wir uns eine Übernachtung mitten in der Medina von Fes in einem Riad gegönnt. Stundenlang sind wir durch die kleinen Gassen geschlendert und haben die Atmosphäre dort genossen. In dem Gassengewirr haben wir uns Zwangsläufig verlaufen und mussten ein Taxi zu Hilfe nehmen um wieder zu unserer Herberge zu finden. Bei einem Besuch in der Gerberei hat es uns im wahrsten Sinne des Wortes den Atem verschlagen. Dort werden noch wie in Zeiten des Mittelalters Tierhäute bearbeitet. Arbeiter stehen bis zur Hüfte in Becken mit Kalk und Taubenmist. Unser Führer hat uns gegen den Gestank etwas Minze angeboten und anschließend zu einer Verkaufsveranstaltung genötigt.

Gerberei in Fes

Gerberei in Fes

Gerberei in Fes

Casablanca haben wir zusammen mit den Crews von der SY TUN, Florian und Julia, und SY Bonadea, Moni und Toni, unternommen. Die Stadt hat eine atemberaubende Moschee direkt am Meer. In der Medina haben wir sowohl den Teil besucht, der überwiegend auf Touristen ausgerichtet ist, sowie den Teil für die hiesige Bevölkerung. Letztgenannter ist teilweise für Europäer eher gewöhnungsbedürftig, aber unendlich interessant. Hier wird in der prallen Sonne Fisch ohne jede Kühlung verkauft. Daneben warten in einem Käfig eingezwängte Hühner auf ihre Erlösung. Dennoch haben wir uns nicht davon abhalten lassen, hier zu speisen. Eine kleine Garküche haben wir ausgewählt, die aber nicht genug Platz und Tische im Inneren des Raumes hatte. Der Wirt hat sich deshalb kurzerhand Tische und Stühle von einem Nachbarn ausgeliehen und diese für uns draußen aufgebaut. So saßen wir direkt vor einem Verkaufsstand, der aus getrockneten Igeln, Salamandern, getrockneten Kraut usw. , Rezepte für Heiltränke mischt. Dies alles hat jedoch den Genuss der Tajine, für die wir immerhin 4 Gabeln für 6 Leute bekamen, nicht geschmälert.

Moschee von Casablanca

Medina von Casablanca

Medina von Casablanca

Skurriler Händler in der Medina

Skurriler Händler in der Medina

Freitag, 31. Oktober 2014

La Linea / Gibraltar

Am nächsten Tag fahren wir in den Hafen von La Linea . Kim und ihre Freundin Viola kommen für 10 Tage zu Besuch. Wir statten zuerst einmal Gibraltar zu Fuss einen Besuch ab. Dazu passiert man  den Grenzübergang von Spanien (La Linea) nach  England (Gibraltar) und überquert dann zu Fuß die Start- und Landebahn des Flughafens von Gibraltar. Es ist sicherlich interessant, diesen Ort einmal gesehen zu haben, aber wir sind einhellig zu der Meinung gelangt, dass es dort zu touristisch und hektisch zugeht.
Da wir noch immer unser Auspuffproblem haben, ziehen wir mit dem ausgebauten Krümmer los, um eine Möglichkeit zu finden, ihn reparieren zu lassen. Wir werden schnell fündig. Direkt am Hafen gibt es eine Werft mit einer modernen Werkstatt . Dort wird der Krümmer erneut, nach neuen Erkenntnissen, geschweißt und bereits am nächsten Tag sogar zum Schiff gebracht.
Bevor wir mit einem Leihwagen Andalusien erkunden, müssen Kim und Viola noch unseren Proviantnachschub über sich ergehen lassen. Was bietet sich mehr an als ein Auto und 4 zusätzliche Hände.
In St. Maria del Puerto besichtigen wir unter Anderem die Bodega von Osborne und lassen es uns nach einer Führung bei der Verkostung die leckeren Sherryweine schmecken. Ein paar Fläschchen von diesem Getränk finden ihren Weg in den Kofferraum des Wagens.


Bodega Osborne

Bodega Osborne

Der nächste Tag führt uns nach Ronda, einem abgelegenem Bergdorf. So steht es im Reiseführer. Der Weg dorthin führt tatsächlich durch die Berge und ist landschaftlich wunderschön. Ronda selbst hat einen sehr malerischen alten Ortsteil, der aber für unseren Geschmack mittlerweile viel zu touristisch ist und dem Begriff „ einsam“ nicht mehr gerecht wird.

Ronda

In Sevilla verbringen wir 2 Tage und feiern bei einer ausgiebigen Tapastour durch die Gassen der Altstadt Sabines 50.Geburtstag.
Nachdem unser Besuch nach einer sehr schönen und ereignisreichen Zeit wieder in die Heimat fliegt, fangen wir an unsere Überfahrt zu den Kanaren vorzubereiten. Wir testen zum ersten Mal unsere Windsteueranlage in der Bucht von Gibraltar, fahren zum tanken in den  Englischen Teil, dort ist der Diesel um einiges günstiger, und kochen Fleisch ein. Zu unserem Leidwesen macht uns mal wieder das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Der Wind dreht auf West und pfeift genau aus der Richtung, in die wir wollen. Außerdem zieht ein Tiefdruckgebiet nach dem Anderen über den Atlantik. So heißt es warten. Vom Wetter zum warten verdammt, mieten wir uns noch mal einen Wagen und machen Ausflüge nach Cadiz und Tarifa.
Im Hafen von La Linea treffen zu 90% Schiffe ein, die entweder vom Mittelmeer in den Atlantik oder umgekehrt fahren wollen. Dementsprechend ist die Atmosphäre. Überall wird gebastelt, repariert und proviantiert. Die Waschmaschinen im Hafen laufen ununterbrochen.  In La Linea, welches einem anfänglich recht trostlos erscheint, entdeckt man nach längerem Erkunden durchaus einen gewissen Charme. In der Markthalle bekommt man frischen Fisch, Obst, Gemüse und erstklassiges Fleisch, zu zivilen Preisen. Wir haben uns in die Stücke vom Iberischen Schweinchen verliebt. Zum Frühstücken sind wir oft in die Markthalle in eine der Tapasbars gegangen und haben uns dort günstig verwöhnen lassen. Die Menschen dort haben Freude daran, einem Touristen, der sich dorthin verirrt, ihre Gerichte zu servieren.

Montag, 20. Oktober 2014

Javea-> Altea-> Alicante->Torrevieja-> Mar Menor-> Cartagena- Aguillas-> Puerto Genovis-> Almerimar-> Gibraltar / La Linea


Am 6.10.14 kommen wir gegen Mittag in einer Bucht bei Javea an. Über Altea geht’s nach Alicante. Auf der Fahrt dorthin beißt eine stattliche Goldmakrele an, die aber ihren Kampf gegen die Bratpfanne gewinnt und vom Haken springt. Schade, aber nicht ganz so schlimm, da wir vorhaben, in der Altstadt von Alicante Tapas essen zu gehen. In Alicante angekommen, stellen wir zu unserer Überraschung fest, dass am folgenden Wochenende das Volvo Ocean Race startet. Zwischen den Regattabooten, die vor Alicante ihre Übungsfahrten absolvieren, steuern wir auf den Strand zu, um vor diesem unseren Anker zu werfen. Ein vielfälltiges Rahmenprogramm begleitet diese Vorbereitungsphase. Abends liegen sämtliche 7 Schiffe nebeneinander im Hafen von Alicante. Davor präsentieren sich die Teams und ihre Sponsoren. Ein Museum gibt einen Einblick in die Geschichte des Volvo Ocean Race und man hat die Möglichkeit, einen originalen Racer des brasilianischen Teams von 2006 zu besichtigen. Von einer Freilichtbühne her wird das gesamte Hafengelände lautstark mit Musik versorgt. Die gesamte Atmosphäre war für uns ein Erlebnis. Am Abend lassen wir uns in der Altstadt durch die Gassen treiben und genießen die quirlige und doch gemütliche Stimmung. Nach einem Frühstück mit Churros und Tostado con Tomate geraten wir auf dem Rückweg zum Schiff in einen festlichen Umzug. Ca. 3 m hohe Figuren,  u.a. das christliche Königspaar Isabelle und Ferdinand , werden durch die Strassen getragen, die die Geschichte der Mauren und Christen darstellen.

Ankerplatz vor Alicante

Festlicher Umzug in Alicante

Teams des Volvo Ocean Race vor Alicante

Auf Pamina angekommen lichten wir um 13.00 Uhr den Anker und fahren in Tagesetappen über Torrevieja und Mar Menor nach Cartagena. Dort müssen wir aufgrund starker Winde ein paar Tage festmachen.
Wir nutzen diese Zeit um einige noch ausstehende Arbeiten zu erledigen. Dazu gehören unter Anderem die Installation unserer Kurzwellen Funkanlage. Nachdem wir fleißig Kabel verlegt und gelötet haben gelingt es uns tatsächlich unser erstes Mail über Funk zu versenden. Wir sind mächtig stolz. Entgegen vieler Beschreibungen als ungastlicher Industriehafen, hat sich Cartagena uns ganz anders offenbart. Sicher gibt es bei der Einfahrt  Industrieanlagen, aber da die Bucht sehr weitläufig ist und der Hafen samt Ort sehr weit drinnen liegt, stehen sie nicht im Vordergrund. Das Städtchen macht einen sehr ruhigen und verträumten Eindruck und hat  eine schöne kleine Markthalle mit einem sehr guten Angebot an Fisch und anderen Leckereien. Der Hafen ist sicher, sauber und sehr freundlich. Cartagena ist der erste Hafen in Richtung Gibraltar in dem die Fahrtenyachten ins Auge fallen. Auch gibt es hier einen kleinen Treffpunkt, an dem man kostenlos einen PC mit Internetverbindung nutzen kann. Auch liegen dort jede Menge Büchert, die man sich bei Bedarf mitnehmen kann. Hat man selber Dinge die einem Überflüssig erscheinen, so kann man diese dort für Andere hinlegen.
Am 15.10.14 geht es dann weiter nach Aguillas. Dort ankern wir im Hafenbcken und der erste Friseurtermin auf Pamina findet hier statt. Andreas opfert sich freiwillig und stellt nach vollendeter Arbeit fest, dass er sich auf der Reise keinen Zopf binden muss, sondern sich getrost in die Hände von Sabine begeben kann.
Als wir am nächsten Morgen aufbrechen wollen, haben wir Probleme, den Motor zu starten. Wir vermuten, dass die Starterbatterie schwächelt. Um das ganze abzurunden stellen wir unterwegs fest, dass unser Auspuffkrümmer wieder mal an der altbekannten Stelle gerissen ist. Andreas versucht den Riss nach unserer Ankunft in der Bucht Puerto Genovis provisorisch zu flicken, in der Hoffnung so bis Gibraltar zu kommen. Auf unserem weiteren Weg von Puerto Genovis nach Almerimar kommt dichter Nebel mit einer Sicht unter 100m, auf. Vorsichtig tasten wir uns mit Hilfe von Radar, AIS und GPS zu unserem Ankerplatz vor. Das Umfeld erschließt sich uns erst, nachdem der Nebel sich aufgelöst hat. Wir sind vor einem langen Sandstrand gelandet, der von mehreren Appartementhäusern umgeben ist. Da wir auch hier nur die Nacht verbringen wollten, störte uns dies weniger. Um 08:45 Uhr ging es dann auch schon weiter. Ziel war die ca. 130sm entfernte Stadt La Linea. Diese befindet sich direkt unterhalb des Felsens von Gibraltar. Unterwegs konnten wir die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada sehen und unsere 3. Makrele an Bord holen. Die Küstenlinie ist im Gegensatz zur Costa Blanca weniger aggressiv bebaut und erscheint in langen Küstenabschnitten urtümlich und schroff. Je mehr wir uns Gibraltar näherten, desto häufiger sahen wir Delfine. Uns ist es immer wieder eine Freude, von diesen flinken und scheinbar stets lebensfrohen Tieren ein Stück begleitet zu werden.  
Am 19.10.14 trafen wir um 11:45 Uhr in La Linea ein und haben vorerst neben dem Sportboothafens unseren Anker geworfen.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Mallorca -> Espalmador -> Formentera -> Ibiza


Am 3.10.14 verlassen wir  nach 4 Wochen Aufenthalt Mallorca und ziehen Richtung Ibiza.
Unser Ziel ist Espalmador, eine kleine Insel zwischen Ibiza und Formentera. Auch dort sind zum Schutz der Seegraswiesen  Bojen ausgelegt , für die man ordentlich zahlen muss. Beim Blick auf den Meeresboden, fragen wir uns, wo das zu schützende Seegras abgeblieben ist.
Auf diesem kleinen Eiland stehen lediglich drei kleine Häuschen und ein alter Turm und um diese Jahreszeit ist der fast 1000m lange weiße Sandstrand fast Menschenleer. In dieser Idylle schlendern wir über die Insel und nehmen ein Schlammbad im nahe gelegenen See.
Dieser Schwefelschlamm soll gut für die Haut sein.
Am nächsten Morgen fahren wir zum nahe gelegenen Strand von Formentera und besichtigen im Regen den kleinen Ort. Da unser Ankerplatz durch den Schwell der pausenlos vorbeifahrenden Fähren sehr wackelig ist, beschließen wir, rüber nach Ibiza zu fahren.
Wir ankern nahe Ibiza Stadt in der Cala Talamanca und rudern mit dem Dingi an Land. Vom nahe gelegenen Porto Nuevo fährt alle 20 Min ein kleines Fährboot hinüber nach Ibiza Stadt.
Nachdem wir die Burg oberhalb der Stadt erobert haben, bummeln wir noch ein wenig durch die Gassen. Zurück auf Pamina holen wir den aktuellen Wetterbericht. Dieser verrät uns, dass der günstigste Zeitpunkt für die Überfahrt ans Festland diese Nacht ist.  Da wir seit unserem sehr langen Aufenthalt auf Mallorca „zappelig sind“, zögern wir nicht und machen unser Schiffchen startklar. Um 22.30 Uhr geht’s los. Das Meer ist ruhig und wir haben eine wunderbare Fahrt durch die Nacht.

Ankerboje vor Espalmador

Ankerbucht vor Espalmador

Freitag, 3. Oktober 2014

Es Trenc -> Colonia Sant Jordi -> Sa Rapita


Vor unserer Abreise aus Deutschland haben wir im Juni eine Palette und mehrere Umzugkartons mit einer Möbelspedition nach Mallorca verschickt und in Palma einlagern lassen. Diese wollen wir nun abholen. Hierfür haben wir im Club Nautic Sa Rapita in der Zeit vom 02.09. bis zum 05.09.2014 einen Hafenplatz reserviert. Die Zeit bis dahin verbringen wir in der Bucht vor Colonia Sant Jordi. Dieses ehemalige Fischerdorf ist, wie alle anderen Küstenorte auf Mallorca, vom Tourismus erobert worden. Doch hält sich dieser hier in einem erträglichen Rahmen. Es gibt sehr gute Einkaufsmöglichkeiten und eine Fülle von Restaurant und Bars. In Colonia Sant Jordi verbringen wir 4 ruhige Tage und laufen am 02.09.2014 in Sa Rapita ein. Entgegen dem allgemeinen Ruf, der spanischen Hafenmitarbeitern anlastet, ist das Personal äußert freundlich und hilfsbereit. Der Hafen ist einschließlich der sanitären Einrichtungen sauber und gut durchorganisiert. Einziger Mangel sind die in der Hauptsaison, die bis Ende September andauert, mit EUR 80,00 pro Tag anfallenden Liegeplatzgebühren. Am Flughafen in Palma holen wir unseren Leihwagen ab und füllen im Carrefour unsere Vorräte auf. Am Folgetag machen wir uns zum Lager der Möbelspedition auf. Alles läuft reibungslos und wie geplant ab. Insgesamt müssen wir unseren Wagen 3 Mal beladen, um alles nach Sa Rapita bringen zu können. Hiermit und den bereits verstauten Vorräten, sinkt Pamina mehrere Zentimeter tiefer ins Wasser.
Am 04.09.2014 haben wir Zeit, die Insel etwas zu erkunden. Wir fahren durch das Tramuntana Gebirge an der Westküste. Auf Serpentinen führt die Strasse hoch auf die Berge mit mehreren wunderschönen Aussichtspunkten. Zum späten Nachmittag haben wir uns mit meiner Schwester und ihrer Familie zu einem Grillabend verabredet. In der Nähe von La Pobla verbringen sie ihren Sommerurlaub. Nach einem sehr netten Abend verabreden wir uns zu einem nächsten Treffen auf Pamina, welches am 10.09.2014 am Es Trenc–Strand vor Anker bei herrlichem Wetter statt fand.
Schon seit mehreren Monaten hatten wir das Problem, das Wasser durch unsere Ruderanlage ins Schiffsinnere gelangte und die Ruderwelle erhebliches Spiel aufwies. Eine Reparatur vor unserer Abfahrt in Tunesien durchzuführen, war uns aufgrund der dort angebotenen Arbeitsqualität, zu riskant. Da in den letzten Wochen immer mehr Wasser eindrang, entschieden wir uns, die Reparatur auf Mallorca nachzuholen. Aus früheren Jahren her kannten wir Eckerhard Gentz (genannt „Otto“), der uns schon vor einigen Jahren sehr sachkundig und zuverlässig geholfen hatte. Als gelernter Bootsbauer ist er seit einigen Jahrzehnten in Sa Rapita tätig und besitzt ein umfassendes Wissen. Da er jedoch leider zu dieser Zeit in Deutschland war und erst am 09.09.2014 nach Mallorca zurückkam, hatten wir einige Tage zu überbrücken. Wir entschlossen uns, zur Insel Cabrera zu segeln. Hierbei handelt es sich um ein streng überwaches Naturschutzgebiet, in dem man nach Anmeldung und Zahlung einer Gebühr, in einer großen und geschützten Bucht an einer Boje festmachen und übernachten darf. Da dort generell der Fischfang verboten ist, erschloss sich uns beim Schnorcheln eine Vielfalt an Fischen, die wir bisher im Mittelmeer noch nicht gesehen haben. Außer einer kleinen Ansiedlung mit einer Bar und ehemaligen Militärgebäuden ist diese Insel unverbaut. Die Unterkünfte der Soldaten wurden sehr schön renoviert und können nun für maximal 2 Übernachtungen angemietet werden. Wer die Abgeschiedenheit und Natur liebt, ist hier richtig aufgehoben.
Am 10.10.2014 haben wir uns in Sa Rapita mit „Otto“ getroffen, um die Reparatur zu besprechen. Wie vermutet, musste Pamina hierzu aufs Trockene. Schnell und unkompliziert konnten wir einen Krantermin für den Folgetag vereinbaren. Geplant war eine Reparaturdauer von ca. 1 Woche. Nach dem Ausbau des Ruders war uns jedoch schnell bewusst, dass dieser Zeitplan zu optimistisch war. Erst am 02.10.2014 schwamm Pamina wieder im Hafenbecken. Die Ruderwelle hat sich im Laufe der Jahre derart abgeschliffen, dass sie komplett erneuert werden musste. Hierzu wurde sie aus dem Ruder herausgeflext und ging erst einmal als Muster zu einem Schlosser in Palma, der eine neue Weller drehen sollte. Ebenfalls wurden 2 Bronzelager neu hergestellt und die benötigten Simmerringe bestellt. Die Zeit auf der Werft haben wir genutzt, um Pamina im Unterwasserbereich mit mehreren Schichten Rostschutz und Antifouling zu versehen. Auch haben wir Palma einen eintägigen Besuch abgestattet. Nach unserer Einschätzung ist dies eine der schönsten Mittelmeer-Städte, die wir kennen. Neben der Cathedrale schlängen sich viele kleine Gassen, in denen es einem schwer fällt, die Orientierung zu behalten.
Zu unserer großen Überraschung und Freude kamen während dieser Zeit Inga und Horst Froitzheim nach Sa Rapita, um dort 2 Wochen Urlaub zu machen. Horst Froitzheim war viele Jahre Mitinhaber des Logistikunternehmens, in dem ich angestellt war. Durch ihn habe ich das Segeln im Mittelmeer erstmals erleben dürfen, woraus die spätere Leidenschaft entstanden ist. 3 sehr schöne Abende konnten wir bis zu unserer Abfahrt gemeinsam verbringen. Nachdem am 02.10.2014 Pamina wieder im Wasser schwamm, segelten wir nach Colonia Sant Jordi, glücklich, wieder das Meer um uns zu haben und stolz auf unsere neue Rudelanlage ohne eindringendes Wasser und Spiel in der Welle.

Otto beim Anpassen der neuen Ruderwelle

Unser Landplatz im Hafen von Sa Rapita

Einbau des reparierten Ruders

Sonntag, 31. August 2014

Überfahrt Mallorca -> Es Trenc


Am 27.08.14 um 13:15 Uhr war es dann soweit. Nachdem wir noch einige sardische Köstlichkeiten eingekauft haben, sind wir zu unserer Überfahrt nach Mallorca gestartet. Es lagen ca. 260 sm vor uns. Hierfür haben wir ungefähr 2,5 Tage geplant. In den ersten 24h war uns der Wind gnädig, so dass wir nicht schnell, aber doch recht gemütlich segeln konnten. Die zurückgelegte Distanz war dementsprechend mit 93,2 sm recht moderat. Die weiteren 24 h müssten wir, wie leider schon so oft, den Motor benutzen. 112 sm haben wir geschafft. Somit war eine Ankunft während des Tageslichtes leider nicht mehr möglich. Da wir die Buchten auf Mallorca nicht so gut kannten, haben wir uns entschieden, den Strand „Es Trenc“ anzusteuern. Dieser ist zwar nicht so geschützt, doch ist der Grund sandig und ohne Untiefen. Der Wind war ablandig. Mit Wellen war also nicht zu rechnen. Das richtige Ziel für eine Nachtansteuerung. Am 30.08.14 haben wir dann um 02:45 Uhr nach 61,5 h Fahrt den Anker fallen gelassen. Stolz und sehr müde haben wir uns nach einem kleinen „Absacker“ in die Koje fallen gelassen und sind schnell und zufrieden eingeschlafen.

Porto Giunco -> Cagliari-> Pula-> Malfatano->Porto Pino->Cala Cannai->Calasetta


Mit einer trockenen und gut sortierten Vorschiffskoje geht es am 17.08.2014 auf nach Cagliari. Dort gönnen wir uns seit unserer Abfahrt in Monastir den ersten Hafenplatz in der Marina S’Elmo. Wir freuen uns sehr auf einen Bummel durch die Altstadt. Diese haben wir vor ca. 5 Jahren das letzte Mal vor unserer Abfahrt nach Tunesien gesehen und noch als ein vom Tourismus verschontes Eckchen kennen gelernt. Sehr schnell erkennen wir jedoch, dass dies nicht mehr der Fall ist. In den kleinen Gassen reiht sich ein Restaurant an das Andere und es ist kaum möglich, sich eins auszusuchen, ohne dabei von einem Angestellten die Speisekarte in allen gängigen Sprachen „heruntergeleiert“ zu bekommen. Ursprünglich wollten wir 2 Tage bleiben, beschließen aber, am nächsten Vormittag Cagliari wieder zu verlassen.
Unser Ziel ist Pula, wo wir eine sehr unruhige Nacht verbringen. Der Wind und die Welle stehen genau in die Bucht und lassen uns früh am Morgen den Anker lichten. Über Malfatano und Porto Pino geht es zur Cala Cannai. Bei ausgiebigen Schnorcheltouren entdecken wir einen Pulpo. Da diese Spezies zu unseren Lieblingsgerichten zählt, lässt Andreas sich nicht lange bitten und fängt diesen. Von unserem Jagderfolg angespornt suchen wir auch in nächsten 2 Tagen den Meeresboden in der Bucht ab und entdecken tatsächlich wieder einen. Ihn ereilt das gleiche Schicksal wie dem Ersten, er landet bei uns im Kochtopf.
Unser nächstes Ziel ist Calasetta. Eine von drei kleinen Inseln die am Südwest Zipfel von Sardinien liegen. Calasetta ist zu unserer Erleichterung noch genauso gemütlich und friedlich wie vor 5 Jahren. Der kleine Ort ist wie geschaffen um zu Fuß erkundet zu werden. So entdecken wir bald  zwei kleine Fischgeschäfte die ihr sehr überschaubares Warenangebot erst am späten Nachmittag anbieten, wenn die Fischer von ihrer Tour zurück sind. In einer kleinen Cantina gibt es sehr guten Wein, den man gerne auch in größere Gebinde abfüllen kann. Nachdem wir uns durch die Sorten probiert haben, erstehen wir einen vorzüglichen Malvasia als Dessertwein und auch die Farben weiss, rot und rosé sind vertreten. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, alles zu Fuß zu erledigen und teilweise mit Hilfe eines klappbaren Rollwagens unsere Beute aufs Schiff zu transportieren.
Am Hafen gibt es vormittags einen Wochenmarkt, auf dem Händler die Spezialitäten Sardiniens und frisches Obst und Gemüse anbieten. Dort haben wir uns mit allerlei Leckereien eingedeckt.
Da Pamina vor unserer Zeit in Tunesien drei Jahre auf Sardinien gelegen hat und unsere Ruderanlage uns Sorgen macht, haben wir unseren Besuch hier relativ kurz gehalten. Sardinien ist ein wunderschönes Segelrevier mit schneeweißen Sandstränden, hervorragenden Ankergründen und kristallklarem Wasser.

Sonntag, 17. August 2014

Überfahrt Sizilien -> Sardinien


Nun stand unsere erste größere Überfahrt an. Von unserem Punkt auf Sizilien in den Süden von Sardinien waren es ca. 230sm. Dies entspricht einer Distanz von 414km. Gemessen an dem, was man mit einem Auto innerhalb kürzester Zeit zurücklegen kann, rechneten wir für diese Strecke mit einer Zeitspanne von ca. 50h. Wir tankten vorsichtshalber noch einmal zu einem stolzen Diesel-Preis von EUR 1,95 pro Liter nach und starteten danach am 13.08.14 um 10:00 Uhr. Nach wenigen Stunden unter Motor, kam Wind auf und wir konnten die Segel setzen. Leider führte der Kurs nicht zu unserem Ziel. Laut Wetterprognose sollte der Wind jedoch später drehen, so dass wir den Kursversatz wieder hätten einholen können. Dies hat sich dann leider doch nicht so eingestellt, so dass wir mit Hilfe des Motors gegen recht starken Wind und Wellen am 15.08.14 um 17:15 Uhr Sardinien erreicht haben. Kurz vor dem Ziel haben wir festgestellt, dass unsere komplette Vorschiffskoje völlig durchnässt war. In diesem Bereich haben wir einen Grossteil unserer Ausrüstung und Vorräte verstaut. Der Übeltäter war ein defekter Lüfter auf dem Vorschiff. Bei jeder überkommenden Welle geriet wie aus einer Dusche ein Schwall Wasser von oben ins Vorschiff. Also war nach unserer Ankunft erst einmal viel Arbeit angesagt. Den Inhalt der Koje haben wir zum Trocknen auf dem Deck verteilt und wegen des noch immer starken Windes gesichert. Der Anblick von Pamina glich danach mehr einem Trödelstand, als einem organisierten schwimmenden Haushalt. Dies wurde durch die erstaunten Blicke anderer Ankerlieger nur bestätigt wurde. Nachdem wir auch im Schiffsinnern alles gereinigt und getrocknet hatten, konnten wir auf unserem Deck wieder die Ordnung herstellen. Bei ein paar Gläschen Wein und einem leckeren Essen genossen wir nun endlich die Ankunft auf Sardinien und hatten anschließend unser Schlafdefizit der letzten beiden Nächte nachgeholt.

Freitag, 15. August 2014

Orlando -> Cefalu -> Tarmini Imerese


Am 9.8.14 um 8.15 Uhr verlassen wir die Eolischen Inseln und segeln zurück ans Sizilianische Festland. Orlando heißt unser nächstes Ziel. Dort befindet sich ein Yacht- und Fischereihafen, der bestimmt einmal für Mehr vorgesehen war. Inzwischen ist dieser Hafen versandet und die Stege des Yachthafens sind abgebaut. Trotzdem bietet er direkt hinter der Hafenmauer gute Ankermöglichkeiten auf Sandgrund und auch Frischwasser ist am Kai vorhanden.

Nach einer ruhigen Nacht ging es am nächsten Morgen weiter nach Cefalu. Von See her hat man einen wunderschönen Blick auf die Altstadt, die an einem Hang zu Füßen eines mächtigen Kalksteinfelsens liegt. Allerdings schließt sich westlich der Altstadt, den gesamten Strand entlang, ein Gebiet mit Massentourismus an.

Von Cefalu aus haben wir mit dem Zug einen Ausflug nach Palermo unternommen. Sabine meinte, dass man Sizilien nicht verlassen sollte, ohne die Hauptstadt gesehen zu haben. Die Altstadt von Palermo besitzt einen morbiden Charme und hat eine große Anzahl von Baudenkmälern, die es sicherlich wert sind, besichtigt zu werden. Sehr imposant erhebt sich der monumentalste Sakralbau der Stadt, die „Cattedrale Maria Santissima Assunta“. Fragwürdig und makaber erscheint uns die Galerie von 8000 Munien in den Katacomben des Kapuzinerkonvent Convento die Cappuccini. Mumifizierte Mönche, Frauen, Männer und Kinder sind eingekleidet auf Stehplätzen entlang der Wand aufgereiht. Viele der Besucher machen Lärm und sich teilweise auch lustig über die Toten, sodass die Würde der Verstorbenen nicht immer gewahrt scheint.

Der Yachthafen von Palermo hat eine schöne Anlage und ist sehr gepflegt. Er befindet sich nahe der Altstadt.
Der nächste Step führt uns von Cefalu aus nach Tarmini Imerese. Dort existiert ein Yachthafen, vor dem man gute Ankermöglichkeiten antrifft. Von hier aus wollen wir am nächsten Morgen unsere Überfahrt nach Sardinien starten.


versandeter Hafen von Orlando

Blick auf die Altstadt von Cefalu

Blick auf die Altstadt von Cefalu

Sonntag, 10. August 2014

Vulcano -> Stromboli -> Lipari


Von der Strasse von Messina aus geht es nun endlich in Richtung Westen, zunächst zu den Liparische Inseln. In einer von Yachten überfüllten Bucht vor der Insel Vulcano haben wir für 2 Tage geankert, um den noch heute schwach aktiven Vulkan "Gran Cratere" und seine Umgebung zu erkunden. Überall liegt ein permanenter Schwefelgeruch in der Luft. Es dampft ständig aus dem Vulkankrater und dem davor liegenden Meeresboden. Bewaffnet mit Taucherbrille und Schnorchel haben wir diese heissen Quellen erkundet. Es mutete an, als befänden wir uns in einem Wirlpool. Früh am Morgen sind wir aufgebrochen, um den fast 400m hohen Krater zu besteigen. Für den trotz der Morgenstunden schweißtreibenden Aufstieg sind wir mit einem atemberaubenden Blick über die Inseln und in den dampfenden Krater belohnt worden. Aus vielen Erdspalten steigen ständig heiße Schwefelgase hoch, die die unmittelbare Umgebung mit einer gelben Schwefelschicht überziehen.

Bei einem kleinen abendlichen Bummel durch den gemütlichen „Ortskern“, stießen wir auf das Abbild des Eolis, dem Herrn der Winde, der in Stein gemeißelt sehr eindrucksvoll die allgegenwärtige Kraft des Windes darstellt.

Am 06.08.14 haben wir sowohl Vulcano, als auch die einen ständig begleitenden Schwefelgerüche hinter uns gelassen und uns auf den Weg zur Insel Stromboli gemacht. Nach 7 Stunden Segelvergnügen haben wir das Glück gehabt, daß der Wind aus der richtigen Richtung kam und wir mit Blick auf den Vulkan Stromboli und das kleine Dorf Ficogrande am offenen Strand sicher ankern konnten.

Stromboli hat uns mit einem lauten Knall und einer dicken Aschewolke, die glücklicherweise nicht in unsere Richtung getrieben wurde, begrüßt. Viele Segler haben sich hier versammelt, um die Aktivitäten des Vulkans zu bestaunen. Nach einem Rundgang durch das Dorf sind wir, wie viele andere, bei Dunkelheit aufgebrochen, um auf die andere Seite der Insel zu segeln. Dort sind die alle ca. 17 min. wiederkehrenden Eruptionen und der Lavastrom, der vom Kraterrand bis ins Meer hinein reicht, zu sehen. In sicherer Entfernung haben wir fasziniert lange Zeit dort verbracht, bis wir anschließend wieder zu unseren Ankerplatz zurückgekehrt sind. Nach einer ruhigen Nacht staunten wir am nächsten Morgen, weil Pamina mit einer dichten Aschendecke überzogen war. Nach ausgiebigen Reinigungsarbeiten führte unsere weitere Reise zur Insel Lipari. Auf dem Weg dorthin sind wir abermals an der Ausbruchsstelle vorbeigesegelt. Die Aktivitäten des Stromboli waren zu diesem Zeitpunkt wesentlich heftiger als am Vorabend. Mehrere Lavaströme versanken zischend und dampfend im Meer. Über dem Vulkan hat sich eine mächtige und dunkle Asche- und Rauchwolke gebildet, die eindrucksvoll dessen „Lebendigkeit“ und Kraft wieder gespiegelt hat.

In Lipari haben wir 2 Tage verbracht. Mit einem sehr schönen Blick auf den gleichnamigen Hauptort konnten wir unseren Ankerplatz wählen. Trotz der vielen Touristen hat sich Lipari seinen Charme und Gemütlichkeit bewahrt.



Gran Cratere auf der Insel Vulcano



Eolis - Herr der Winde



Aktivitäten von Stromboli



Blick von unserem Ankerplatz auf die Stadt Lipari

Montag, 4. August 2014

Syrakus -> Catania -> Taormina -> Strasse von Messina


Die weite Bucht vor Taormina war unser nächstes Ziel. Da die Strecke für eine Tagesetappe zu lang ist, haben wir einen Zwischenstopp in Catania eingelegt. Die hohen Liegekosten haben wir uns gespart, indem wir vor dem Hafen den Anker fallen gelassen haben. Das Wasser war trüb und unruhig. Die Umgebung eine Industrielandschaft. Entsprechend war auch unsere Nachtruhe. Glücklich, diesen Ort wieder verlassen zu können, sind wir morgens zeitig nach Taormina gestartet. In einer großen, aber auch sehr offenen Bucht, konnten wir vor Taormina auf Sandgrund ankern. Der Schwell war wieder einmal recht unangenehm. Der Blick auf Taormina, welches sich 200m oberhalb unseres Ankerplatzes befindet, hat uns dafür jedoch entschädigt. Gleich am nächsten Morgen sind wir mit einem Linienbus zu einer Besichtigungstour aufgebrochen. Neben der liebevoll erhaltenen Altstadt mit ihren vielen Palazzi, ist das Teatro Greco sicherlich sehenswert. Von hier aus hat man einen weiten Blick entlang der Küste bis zum Beginn der Strasse von Messina. Einen ersten Eindruck von den Strömungen, die in der Strasse herrschen, konnten wir gewinnen. In der Dunkelheit der Nacht haben wir die ununterbrochene Lava-Fontäne und den herunter fließenden Lava-Strom des momentan recht aktiven Ätnas bewundert. Ein sehr imposantes und Respekt einflößendes Schauspiel.
Eine Woche haben wir in dieser Bucht verbracht und auf die richtigen Winde für die Durchfahrt der Strasse von Messina gewartet. Die Zeit wurde uns hier nicht zu lang. Am 3. August sind wir dann bei Windstille und spiegelglattem Wasser losgefahren. Ein günstiger Wind wollte sich auch in den nächsten Tagen nicht einstellen. Zum Abschied hat der Ätna noch einmal laut gegrollt. Mit der Strömung und unter Motor haben wir die erste Hälfte der Strasse sehr schnell hinter uns gebracht. Doch dann kippte der Strom und Schneckentempo war angesagt. Unser Tagesziel war ein Strand am Ende der Strasse, der uns als Ankerplatz günstig erschien. Diesen haben wir am Nachmittag erreicht.  Die zahlreichen Schnellfähren, die das italienische Festland mit Sizilien verbinden, haben wir, soweit möglich, in einem sicheren Abstand gehalten. Wesentlich schwerer in ihrem Kurs einzuschätzen sind jedoch die zahlreichen Schwertfischfänger. Diese Boote besitzen einen ca. 20 Meter hohen Mast auf dessen Spitze sich eine Plattform befindet. Von hier aus wird das Boot von einer Person gesteuert. Ein oder zwei weitere halten von dort aus Ausschau nach Thun- bzw. Schwertfisch. Auf einem ebenso langen Ausleger am Bug des Schiffes steht ein Fischer mit einer Harpune. Diese Art des Fischfangs erinnert start an die Methode des Walfanges und ist in der Strasse von Messina wohl sehr erfolgreich. Auf einem Fischerboot konnten wir miterleben, wie gerade ein mehrerer hundert Kilo schwerer Tunfisch verstaut wurde. Unser Angelglück war leider nicht so ergiebig. So mussten wir auf unsere Nudelvorräte zurückgreifen.
Teatro Greco mit Blick auf den Ätna


Blick von Taormina auf unsere Ankerbucht


Fischfänger in der Strasse von Messina

Montag, 28. Juli 2014

Gozo -> Syrakus



Nach 3 Tagen in Gozo sind wir am 20.07.14 um 06:45 Uhr in Richtung Sizilien aufgebrochen. Noch immer mit viel Tunfisch im Gepäck war es weiterhin schwierig, einen abwechslungsreichen Speiseplan auf zu stellen, damit wir nicht doch noch des Fisches überdrüssig werden. In den letzten Tagen gab es Tunfisch roh, gegrillt, als Gulasch verarbeitet und nun standen Fischfrikadellen auf dem Plan. Bis auf ein kleines Stückchen haben wir damit den Tunfisch verarbeiten können. Hilfreich für die lange Aufbewahrungszeit war dabei unsere kleine Kühl-/Gefrierbox. Da diese aber reichlich Strom verbraucht, waren wir froh, diese nun wieder abstellen zu können.
Um 18:30 Uhr sind wir an der Süd-Ost Spitze von Sizilien angekommen. In den vergangenen Törns haben wir unseren Anker in Porto Palo fallen gelassen. Es handelt sich hierbei um einen sehr großen Fischereihafen, in dem man problemlos und sicher ankern kann. Der Nachteil ist jedoch der allgegenwärtige Dreck, der um einen herum treibt. Das Wasser ist trüb und lädt nicht zum Schwimmen ein. Aufgrund des ruhigen Wetters hatten wir jedoch die Möglichkeit, etwas weiter in einer Bucht zu übernachten. Am nächsten Morgen starteten wir um 11:25 Uhr, um dann um 18:30 Uhr die große und gegen alle Winde geschützte Bucht von Syrakus zu erreichen. Hier zu ankern ist phantastisch. Man liegt vor Ortigia, der Altstadt von Syrakus, die sich über eine Halbinsel erstreckt. Abends beleuchtet, kann man seine Blicke kaum von ihr lassen. Die starke Präsenz der Gardia Costeria und des Zolls machen es einem einfach, das Boot auch über einen längeren Zeitraum unbeaufsichtigt zu lassen. So hat man die Möglichkeit, unbeschwert durch die Gassen von Syrakus zu schlendern. Viele rustikale und gemütliche Restaurants locken einen mit ihrem köstlichen Essen. Täglich findet nahe der Altstadt ein Markt statt, auf dem die Vielfalt der sizilienschen „Leckereien“ angeboten wird. Da wir schon in der Vergangenheit vom sizilianischen Wein beeindruckt waren, haben wir unseren Vorrat um 45 Liter aufgestockt. Dies sollte doch für einige Zeit reichen.
Die Besichtung des archäologischen Parks in Syrakus ist sehr zu empfehlen. Wir haben dies nun ein 2. Mal unternommen. Vom Teatro Greco, einem griechischen Amphitheater, das noch heute für Aufführungen genutzt wird, hat man einen weiten Blick über Syrakus und die Bucht. Neben der Grabesstätte von Archimedes, ist das Ohr des Dionysios ein weiteres Highlight. Durch Abbau von Gestein wurde in einem Berg ein  23 Meter hoher und 65 Meter langer Hohlraum geschaffen, der der Form des Gehörganges unseres menschlichen Ohres stark ähnelt. Von der Qualität der dort herrschenden Akustik konnten wir durch eine Besucherin überzeugt werden, die für kurze Zeit den Raum durch eine Gesangseinlage erfüllt hat.
Glücklich waren wir, als wir einen Waschsalon ausfindig gemacht haben. So kamen wir wieder in den Genuss wohlriechender Kleidung, Handtücher und Bettwäsche.
Eine Woche haben wir in Syrakus verbracht, ohne dass uns die Zeit zu lange geworden wäre. Doch nun reizte uns auch der weitere Weg entlang der Ostküste von Sizilien. Diese ist für uns beide neu.
Syrakus mit Hafen


Altstadt von Syrakus
Hafeneinfahrt von Syrakus

  
 

Samstag, 19. Juli 2014

Monastir -> Lampedusa -> Malta/Gozo


Nachdem wir noch jede Menge Proviant gebunkert haben, mussten wir noch ausklarieren. Da wir dies erst kurz vor Sonnenuntergang gemacht haben, blieb uns der sonst übliche Kontroll-Besuch der Offiziellen an Bord erspart. Der Grund dafür heißt Ramadan. Die Herren von Polizei und Zoll waren wohl sehr hungrig.

Wir winken noch ein letztes Mal und machen uns am 11.07.2014 um 20:30 Uhr auf den Weg nach Lampedusa. Unser Schiffsbär hat Verstärkung bekommen, eine Weltumseglerente und zwei Schutzengel , die unter den vielen Geschenken waren, die wir zu unserer Abschiedsfeier erhalten haben.

So legen wir die ersten Seemeilen unserer großen Reise teils unter Motor teils unter Segel zurück. Eigentlich in die falsche Richtung, denn der Atlantik liegt im Westen. Aber da wir unbedingt die Liparischen Inseln sehen wollen und noch etwas Zeit haben, nehmen wir den Umweg gern in Kauf.

Auf Lampedusa schauen wir uns in mediteraner Atmosphäre an, wie Deutschland Fußballweltmeister wird.

In der Vergangenheit haben wir oft erlebt, dass die meisten Menschen Lampedusa nur als Insel kennen, auf der sehr viele Flüchtlinge ankommen, welche dann dort in Flüchtlingslagern untergebracht werden. Einige Segler fahren erst gar nicht dorthin, weil sie der Meinung sind, dass dort überall Flüchtlinge herumlungernden und es dadurch dreckig sei.

Dies ist eindeutig nicht der Fall. Es ist richtig, dass dort viele Boote mit Menschen ankommen, die Ihre Heimat verlassen haben und in einem Lager ganz im Osten der Insel kurzzeitig untergebracht werden, bevor man sie ans Festland weitergibt. Die ganze Prozedur, vom Anlanden bis zur Weiterreise, ist sehr gut durchorganisiert und fällt in der Regel kaum einem Urlauber auf.

Lampedusa ist eine sehr schöne Urlaubsinsel mit einen malerischen Naturhafen und einem hübsches kleinen Städtchen.

Am 15.07.2014 nehmen wir Abschied und machen uns bei viel Wind auf nach Gozo, eine Nachbarinsel von Malta. Es ist eine richtige Rauschefahrt, bei der wir ganz schön durchgeschüttelt werden. Dies hindert Andreas allerdings nicht daran, seine Angel auszuwerfen und einen Köder hinter uns herzuschleppen. Tatsächlich gelingt es ihm, einen 80 cm großen und 10 kg schweren Thunfisch aus dem Meer zu locken, was für unseren Speiseplan nun eine echte Herausforderung darstellt.

Neben einigen Schildkröten sehen wir auch noch einen großen Schwarm Delphine. Sie kommen zielstrebig auf unser Schiff zu und immer wieder springen mehrere Tiere aus dem Wasser, um dann elegant wieder ins Meer abzutauchen. Das ganze wirkt lebendig und fröhlich und zaubert einem unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht.

Am 16.07.2014 um 7.00 Uhr kommen wir auf Gozo an.

Da wir Malta und Gozo von unseren Sommertörns schon recht gut kennen, nutzen wir unseren Aufenthalt hier weniger, um die Inseln zu erkunden, als vielmehr noch einige ausstehende Reparaturen und Installationen vor zu nehmen. In dieser Zeit haben wir die Gesellschaft einer weissen Taube gehabt. Diese nutzte einen unserer Solarkollektoren, um in seinem Schatten neue Kräfte für den Weiterflug zu sammeln. Essen und Trinken hat sie dankend abgelehnt. Offensichtlich war ihr unsere einfache Kost nicht genehm.
unsere Maskottchen, die uns um die Welt begleiten werden

der erste Fang - ein Tunfisch

Friedenstaube?

Freitag, 11. Juli 2014

Start unserer Weltumsegelung am 11.07.2014 in Monastir



Hier endet unsere lange Vorbereitungsphase und beginnt der Start unserer geplanten Weltumsegelung. Da Pamina aus Stahl gebaut wurde und bereits „in die Jahre“ gekommen ist, blieben einige „lebenserhaltende“ Maßnahmen nicht aus. Die Beseitigung von Rost stand dabei auf der Liste der Aufgaben ganz oben. Der Bereich über dem Wasser wurde von Korrosion befreit, Unebenheiten gespachtelt und der Rumpf komplett neu lackiert. Für die Fläche unterhalb der Wasserlinie entschieden wir uns, die alten Schichten, bestehend aus Antifouling, entfernen zu lassen. Leider hat es der Mitarbeiter der beauftragten Werft zu „gut“ gemeint und die Schutzschichten stellenweise bis auf den blanken Stahl entfernt. Ein Neuauftrag des Korrosionsschutzes war nun fällig, was aufgrund der schwer zu beschaffenden Farbe eine Herausforderung war. Wir haben uns für ein tunesisches Produkt entschieden. Die nächsten Monate werden zeigen, ob es seine Aufgabe erfüllen wird.

Um Reparaturen am Schiff durch zu führen, eignet sich die Werft im Hafen „Marina Cap Monastir“ sehr gut.

Die Mitarbeiter sind sehr freundlich, immer hilfsbereit und die Kosten für die Dienstleistungen erreichen nicht einmal die Hälfte der im Mittelmeerraum üblichen. Nach 3 Wochen konnten wir Pamina wieder ihrem Element übergeben. Alle Arbeiten waren noch nicht erledigt. Doch diese können wir unterwegs noch nachholen.


noch viel Arbeit ist zu tun

unser freundlicher Helfer

Pamina nach vollendeter Arbeit

Dienstag, 1. Juli 2014

Unser Aufenthalt in Monastir


Seit 4 Jahren haben wir nun unseren Liegeplatz in Monastir. Die Marina Cap Monastir ist ein gegen die „Launen“ des Wetters sehr gut geschützter Hafen. Im Hafengelände befinden sich die Büros der Polizei und des Zolls. Dies macht das Ein- und Ausklarieren ohne lange Wege möglich. Auch ohne die meist erwarteten „kleinen Geschenke“ sind die Beamten freundlich und die Prozedur läuft recht unbürokratisch in wenigen Minuten ab. Ein letzter Besuch auf dem Schiff beendet dann den behördlichen Vorgang und man ist „frei“.

Sicherheitspersonal ist rund um die Uhr im und an den Zugängen des Hafens präsent. Von Diebstählen auf den Schiffen ist uns in den Jahren des Aufenthaltes dort nichts bekannt geworden.

Um das Hafenbecken herum, haben sich diverse Restaurants und ein kleiner Schiffsausrüster angesiedelt.

Monastir selbst ist im Gegensatz zu anderen tunesischen Städten im Zentrum gepflegt und sehenswert. Einen Besuch des Ribat (Festungsanlage), das Mausoleum des Staatsgründers Habib Bourguiba und die Medina sollte man sich nicht entgehen lassen. Auch wenn man keine frischen Lebensmittel einkaufen möchte, so sollte man einen Besuch der Markthalle nicht versäumen. Neben Fisch und Fleisch werden dort Gemüse, Obst, Gewürze und viele andere Dinge des täglichen Bedarfs teils lautstark angeboten. Die bei uns geltenden Hygienestandards wird man allerdings dort nicht entdecken können. 

Mehrere Supermärkte sind vom Hafen aus zu Fuss bequem erreichbar und bieten ein Sortiment nach europäischen Standard an.

Von Monastir aus lassen sich alle Städte des Landes mit dem Hauptverkehrsmittel „Louage“ erreichen. Es handelt sich hierbei um ein Sammeltaxi. Dieses startet, wenn sich genügend (meist 8) Fahrgäste gefunden haben. In jeder etwas größeren Stadt befindet sich ein Sammelplatz, auf dem die Fahrer ihre Dienste rund um die Uhr anbieten. Die Preise sind fest, müssen also nicht, wie sonst überall in Tunesien üblich, ausgehandelt werden - eine sehr empfehlenswerte Reisemöglichkeit, die wir gerne und oft genutzt haben.

Tunesien nun zu verlassen, fällt uns nicht leicht. Im Laufe der Zeit hatten wir gelernt, mit der recht aufdringlichen Mentalität der Tunesier um zu gehen. Vielen Menschen sind wir begegnet, die uns mit ihrem Handwerk oder Organisationstalent bei unseren Reparaturen geholfen haben, ohne dass wir das Gefühl hatten, ausgenutzt zu werden.
Blick auf den Ribat von Monastir

Blick auf den Yachthafen von Monastir


Louage - Station