Nachdem wir noch jede Menge Proviant gebunkert haben, mussten
wir noch ausklarieren. Da wir dies erst kurz vor Sonnenuntergang gemacht haben,
blieb uns der sonst übliche Kontroll-Besuch der Offiziellen an Bord erspart.
Der Grund dafür heißt Ramadan. Die Herren von Polizei und Zoll waren wohl sehr
hungrig.
Wir winken noch ein letztes Mal und machen uns am 11.07.2014
um 20:30 Uhr auf den Weg nach Lampedusa. Unser Schiffsbär hat Verstärkung
bekommen, eine Weltumseglerente und zwei Schutzengel , die unter den vielen
Geschenken waren, die wir zu unserer Abschiedsfeier erhalten haben.
So legen wir die ersten Seemeilen unserer großen Reise teils
unter Motor teils unter Segel zurück. Eigentlich in die falsche Richtung, denn
der Atlantik liegt im Westen. Aber da wir unbedingt die Liparischen Inseln
sehen wollen und noch etwas Zeit haben, nehmen wir den Umweg gern in Kauf.
Auf Lampedusa schauen wir uns in mediteraner Atmosphäre an,
wie Deutschland Fußballweltmeister wird.
In der Vergangenheit haben wir oft erlebt, dass die meisten Menschen
Lampedusa nur als Insel kennen, auf der sehr viele Flüchtlinge ankommen, welche
dann dort in Flüchtlingslagern untergebracht werden. Einige Segler fahren erst gar
nicht dorthin, weil sie der Meinung sind, dass dort überall Flüchtlinge
herumlungernden und es dadurch dreckig sei.
Dies ist eindeutig nicht der Fall. Es ist richtig, dass dort
viele Boote mit Menschen ankommen, die Ihre Heimat verlassen haben und in einem
Lager ganz im Osten der Insel kurzzeitig untergebracht werden, bevor man sie ans
Festland weitergibt. Die ganze Prozedur, vom Anlanden bis zur Weiterreise, ist
sehr gut durchorganisiert und fällt in der Regel kaum einem Urlauber auf.
Lampedusa ist eine sehr schöne Urlaubsinsel mit einen
malerischen Naturhafen und einem hübsches kleinen Städtchen.
Am 15.07.2014 nehmen wir Abschied und machen uns bei viel
Wind auf nach Gozo, eine Nachbarinsel von Malta. Es ist eine richtige
Rauschefahrt, bei der wir ganz schön durchgeschüttelt werden. Dies hindert
Andreas allerdings nicht daran, seine Angel auszuwerfen und einen Köder hinter
uns herzuschleppen. Tatsächlich gelingt es ihm, einen 80 cm großen und 10 kg
schweren Thunfisch aus dem Meer zu locken, was für unseren Speiseplan nun eine
echte Herausforderung darstellt.
Neben einigen Schildkröten sehen wir auch noch einen großen
Schwarm Delphine. Sie kommen zielstrebig auf unser Schiff zu und immer wieder
springen mehrere Tiere aus dem Wasser, um dann elegant wieder ins Meer
abzutauchen. Das ganze wirkt lebendig und fröhlich und zaubert einem unweigerlich
ein Lächeln ins Gesicht.
Am 16.07.2014 um 7.00 Uhr kommen wir auf Gozo an.
Da wir Malta und Gozo von unseren Sommertörns schon recht gut
kennen, nutzen wir unseren Aufenthalt hier weniger, um die Inseln zu erkunden,
als vielmehr noch einige ausstehende Reparaturen und Installationen vor zu nehmen.
In dieser Zeit haben wir die Gesellschaft einer weissen Taube gehabt. Diese nutzte
einen unserer Solarkollektoren, um in seinem Schatten neue Kräfte für den Weiterflug
zu sammeln. Essen und Trinken hat sie dankend abgelehnt. Offensichtlich war ihr
unsere einfache Kost nicht genehm.
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| unsere Maskottchen, die uns um die Welt begleiten werden |
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| der erste Fang - ein Tunfisch |
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| Friedenstaube? |