Montag, 28. Juli 2014

Gozo -> Syrakus



Nach 3 Tagen in Gozo sind wir am 20.07.14 um 06:45 Uhr in Richtung Sizilien aufgebrochen. Noch immer mit viel Tunfisch im Gepäck war es weiterhin schwierig, einen abwechslungsreichen Speiseplan auf zu stellen, damit wir nicht doch noch des Fisches überdrüssig werden. In den letzten Tagen gab es Tunfisch roh, gegrillt, als Gulasch verarbeitet und nun standen Fischfrikadellen auf dem Plan. Bis auf ein kleines Stückchen haben wir damit den Tunfisch verarbeiten können. Hilfreich für die lange Aufbewahrungszeit war dabei unsere kleine Kühl-/Gefrierbox. Da diese aber reichlich Strom verbraucht, waren wir froh, diese nun wieder abstellen zu können.
Um 18:30 Uhr sind wir an der Süd-Ost Spitze von Sizilien angekommen. In den vergangenen Törns haben wir unseren Anker in Porto Palo fallen gelassen. Es handelt sich hierbei um einen sehr großen Fischereihafen, in dem man problemlos und sicher ankern kann. Der Nachteil ist jedoch der allgegenwärtige Dreck, der um einen herum treibt. Das Wasser ist trüb und lädt nicht zum Schwimmen ein. Aufgrund des ruhigen Wetters hatten wir jedoch die Möglichkeit, etwas weiter in einer Bucht zu übernachten. Am nächsten Morgen starteten wir um 11:25 Uhr, um dann um 18:30 Uhr die große und gegen alle Winde geschützte Bucht von Syrakus zu erreichen. Hier zu ankern ist phantastisch. Man liegt vor Ortigia, der Altstadt von Syrakus, die sich über eine Halbinsel erstreckt. Abends beleuchtet, kann man seine Blicke kaum von ihr lassen. Die starke Präsenz der Gardia Costeria und des Zolls machen es einem einfach, das Boot auch über einen längeren Zeitraum unbeaufsichtigt zu lassen. So hat man die Möglichkeit, unbeschwert durch die Gassen von Syrakus zu schlendern. Viele rustikale und gemütliche Restaurants locken einen mit ihrem köstlichen Essen. Täglich findet nahe der Altstadt ein Markt statt, auf dem die Vielfalt der sizilienschen „Leckereien“ angeboten wird. Da wir schon in der Vergangenheit vom sizilianischen Wein beeindruckt waren, haben wir unseren Vorrat um 45 Liter aufgestockt. Dies sollte doch für einige Zeit reichen.
Die Besichtung des archäologischen Parks in Syrakus ist sehr zu empfehlen. Wir haben dies nun ein 2. Mal unternommen. Vom Teatro Greco, einem griechischen Amphitheater, das noch heute für Aufführungen genutzt wird, hat man einen weiten Blick über Syrakus und die Bucht. Neben der Grabesstätte von Archimedes, ist das Ohr des Dionysios ein weiteres Highlight. Durch Abbau von Gestein wurde in einem Berg ein  23 Meter hoher und 65 Meter langer Hohlraum geschaffen, der der Form des Gehörganges unseres menschlichen Ohres stark ähnelt. Von der Qualität der dort herrschenden Akustik konnten wir durch eine Besucherin überzeugt werden, die für kurze Zeit den Raum durch eine Gesangseinlage erfüllt hat.
Glücklich waren wir, als wir einen Waschsalon ausfindig gemacht haben. So kamen wir wieder in den Genuss wohlriechender Kleidung, Handtücher und Bettwäsche.
Eine Woche haben wir in Syrakus verbracht, ohne dass uns die Zeit zu lange geworden wäre. Doch nun reizte uns auch der weitere Weg entlang der Ostküste von Sizilien. Diese ist für uns beide neu.
Syrakus mit Hafen


Altstadt von Syrakus
Hafeneinfahrt von Syrakus

  
 

Samstag, 19. Juli 2014

Monastir -> Lampedusa -> Malta/Gozo


Nachdem wir noch jede Menge Proviant gebunkert haben, mussten wir noch ausklarieren. Da wir dies erst kurz vor Sonnenuntergang gemacht haben, blieb uns der sonst übliche Kontroll-Besuch der Offiziellen an Bord erspart. Der Grund dafür heißt Ramadan. Die Herren von Polizei und Zoll waren wohl sehr hungrig.

Wir winken noch ein letztes Mal und machen uns am 11.07.2014 um 20:30 Uhr auf den Weg nach Lampedusa. Unser Schiffsbär hat Verstärkung bekommen, eine Weltumseglerente und zwei Schutzengel , die unter den vielen Geschenken waren, die wir zu unserer Abschiedsfeier erhalten haben.

So legen wir die ersten Seemeilen unserer großen Reise teils unter Motor teils unter Segel zurück. Eigentlich in die falsche Richtung, denn der Atlantik liegt im Westen. Aber da wir unbedingt die Liparischen Inseln sehen wollen und noch etwas Zeit haben, nehmen wir den Umweg gern in Kauf.

Auf Lampedusa schauen wir uns in mediteraner Atmosphäre an, wie Deutschland Fußballweltmeister wird.

In der Vergangenheit haben wir oft erlebt, dass die meisten Menschen Lampedusa nur als Insel kennen, auf der sehr viele Flüchtlinge ankommen, welche dann dort in Flüchtlingslagern untergebracht werden. Einige Segler fahren erst gar nicht dorthin, weil sie der Meinung sind, dass dort überall Flüchtlinge herumlungernden und es dadurch dreckig sei.

Dies ist eindeutig nicht der Fall. Es ist richtig, dass dort viele Boote mit Menschen ankommen, die Ihre Heimat verlassen haben und in einem Lager ganz im Osten der Insel kurzzeitig untergebracht werden, bevor man sie ans Festland weitergibt. Die ganze Prozedur, vom Anlanden bis zur Weiterreise, ist sehr gut durchorganisiert und fällt in der Regel kaum einem Urlauber auf.

Lampedusa ist eine sehr schöne Urlaubsinsel mit einen malerischen Naturhafen und einem hübsches kleinen Städtchen.

Am 15.07.2014 nehmen wir Abschied und machen uns bei viel Wind auf nach Gozo, eine Nachbarinsel von Malta. Es ist eine richtige Rauschefahrt, bei der wir ganz schön durchgeschüttelt werden. Dies hindert Andreas allerdings nicht daran, seine Angel auszuwerfen und einen Köder hinter uns herzuschleppen. Tatsächlich gelingt es ihm, einen 80 cm großen und 10 kg schweren Thunfisch aus dem Meer zu locken, was für unseren Speiseplan nun eine echte Herausforderung darstellt.

Neben einigen Schildkröten sehen wir auch noch einen großen Schwarm Delphine. Sie kommen zielstrebig auf unser Schiff zu und immer wieder springen mehrere Tiere aus dem Wasser, um dann elegant wieder ins Meer abzutauchen. Das ganze wirkt lebendig und fröhlich und zaubert einem unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht.

Am 16.07.2014 um 7.00 Uhr kommen wir auf Gozo an.

Da wir Malta und Gozo von unseren Sommertörns schon recht gut kennen, nutzen wir unseren Aufenthalt hier weniger, um die Inseln zu erkunden, als vielmehr noch einige ausstehende Reparaturen und Installationen vor zu nehmen. In dieser Zeit haben wir die Gesellschaft einer weissen Taube gehabt. Diese nutzte einen unserer Solarkollektoren, um in seinem Schatten neue Kräfte für den Weiterflug zu sammeln. Essen und Trinken hat sie dankend abgelehnt. Offensichtlich war ihr unsere einfache Kost nicht genehm.
unsere Maskottchen, die uns um die Welt begleiten werden

der erste Fang - ein Tunfisch

Friedenstaube?

Freitag, 11. Juli 2014

Start unserer Weltumsegelung am 11.07.2014 in Monastir



Hier endet unsere lange Vorbereitungsphase und beginnt der Start unserer geplanten Weltumsegelung. Da Pamina aus Stahl gebaut wurde und bereits „in die Jahre“ gekommen ist, blieben einige „lebenserhaltende“ Maßnahmen nicht aus. Die Beseitigung von Rost stand dabei auf der Liste der Aufgaben ganz oben. Der Bereich über dem Wasser wurde von Korrosion befreit, Unebenheiten gespachtelt und der Rumpf komplett neu lackiert. Für die Fläche unterhalb der Wasserlinie entschieden wir uns, die alten Schichten, bestehend aus Antifouling, entfernen zu lassen. Leider hat es der Mitarbeiter der beauftragten Werft zu „gut“ gemeint und die Schutzschichten stellenweise bis auf den blanken Stahl entfernt. Ein Neuauftrag des Korrosionsschutzes war nun fällig, was aufgrund der schwer zu beschaffenden Farbe eine Herausforderung war. Wir haben uns für ein tunesisches Produkt entschieden. Die nächsten Monate werden zeigen, ob es seine Aufgabe erfüllen wird.

Um Reparaturen am Schiff durch zu führen, eignet sich die Werft im Hafen „Marina Cap Monastir“ sehr gut.

Die Mitarbeiter sind sehr freundlich, immer hilfsbereit und die Kosten für die Dienstleistungen erreichen nicht einmal die Hälfte der im Mittelmeerraum üblichen. Nach 3 Wochen konnten wir Pamina wieder ihrem Element übergeben. Alle Arbeiten waren noch nicht erledigt. Doch diese können wir unterwegs noch nachholen.


noch viel Arbeit ist zu tun

unser freundlicher Helfer

Pamina nach vollendeter Arbeit

Dienstag, 1. Juli 2014

Unser Aufenthalt in Monastir


Seit 4 Jahren haben wir nun unseren Liegeplatz in Monastir. Die Marina Cap Monastir ist ein gegen die „Launen“ des Wetters sehr gut geschützter Hafen. Im Hafengelände befinden sich die Büros der Polizei und des Zolls. Dies macht das Ein- und Ausklarieren ohne lange Wege möglich. Auch ohne die meist erwarteten „kleinen Geschenke“ sind die Beamten freundlich und die Prozedur läuft recht unbürokratisch in wenigen Minuten ab. Ein letzter Besuch auf dem Schiff beendet dann den behördlichen Vorgang und man ist „frei“.

Sicherheitspersonal ist rund um die Uhr im und an den Zugängen des Hafens präsent. Von Diebstählen auf den Schiffen ist uns in den Jahren des Aufenthaltes dort nichts bekannt geworden.

Um das Hafenbecken herum, haben sich diverse Restaurants und ein kleiner Schiffsausrüster angesiedelt.

Monastir selbst ist im Gegensatz zu anderen tunesischen Städten im Zentrum gepflegt und sehenswert. Einen Besuch des Ribat (Festungsanlage), das Mausoleum des Staatsgründers Habib Bourguiba und die Medina sollte man sich nicht entgehen lassen. Auch wenn man keine frischen Lebensmittel einkaufen möchte, so sollte man einen Besuch der Markthalle nicht versäumen. Neben Fisch und Fleisch werden dort Gemüse, Obst, Gewürze und viele andere Dinge des täglichen Bedarfs teils lautstark angeboten. Die bei uns geltenden Hygienestandards wird man allerdings dort nicht entdecken können. 

Mehrere Supermärkte sind vom Hafen aus zu Fuss bequem erreichbar und bieten ein Sortiment nach europäischen Standard an.

Von Monastir aus lassen sich alle Städte des Landes mit dem Hauptverkehrsmittel „Louage“ erreichen. Es handelt sich hierbei um ein Sammeltaxi. Dieses startet, wenn sich genügend (meist 8) Fahrgäste gefunden haben. In jeder etwas größeren Stadt befindet sich ein Sammelplatz, auf dem die Fahrer ihre Dienste rund um die Uhr anbieten. Die Preise sind fest, müssen also nicht, wie sonst überall in Tunesien üblich, ausgehandelt werden - eine sehr empfehlenswerte Reisemöglichkeit, die wir gerne und oft genutzt haben.

Tunesien nun zu verlassen, fällt uns nicht leicht. Im Laufe der Zeit hatten wir gelernt, mit der recht aufdringlichen Mentalität der Tunesier um zu gehen. Vielen Menschen sind wir begegnet, die uns mit ihrem Handwerk oder Organisationstalent bei unseren Reparaturen geholfen haben, ohne dass wir das Gefühl hatten, ausgenutzt zu werden.
Blick auf den Ribat von Monastir

Blick auf den Yachthafen von Monastir


Louage - Station