Sonntag, 15. Februar 2015

Mindelo -> St. Martin (Karibik) bzw. Barbados

Bei recht kräftigem Wind und hohen Wellen, werden wir in den ersten Tagen heftig durchgeschüttelt. Dieses Wetter hält auch die nächsten Tage an und wir kämpfen mit der Seekrankheit. Allerdings kommen wir die ersten 5 Tage recht gut voran. In den frühen Morgenstunden zum 16.01.2015 passiert dann das, wovor sich jeder Segler fürchtet. Unser Hauptmast bricht, in einer ungünstigen Konstellation von Wind, Welle und Kurs, nach 703 sm, 1 m über dem Deck und fällt nach Steuerbord ins Meer. Nun hängt er, nur noch mit den Stagen und Wanten mit Pamina verbunden, senkrecht im Ozean. Unsere Ungläubigkeit und Sprachlosigkeit in diesem Augenblick ist unbeschreiblich. Nachdem wir im Cockpit sitzend und recht sachlich die Situation analysierend, auf das erste Tageslicht warten, legen wir los und versuchen noch alles, was relativ gefahrlos geborgen werden kann, zu retten. Ein paar Stunden sind wir damit beschäftigt, die Drahtseile mit Bolzenschneider und Eisensäge zu kappen. Mit einigen Schrammen und blauen Flecken schauen wir traurig unserem alten Mast hinterher, wie er in die Tiefen des Atlantiks versinkt. Die nächste Herrausforderung besteht nun darin, aus zu probieren, wie wir am komfortabelsten die letzten 1400 sm ohne unseren Hauptantrieb zurücklegen können. Zurück nach Mindelo, gegen Wind und Welle, können wir nicht. Deswegen entschliessen wir uns, unsere Atlantiküberqeurng fortzusetzen, korrigieren jedoch unseren Kurs von St. Martin nach Barbados, da dies das naheliegendste Ziel in der Karibik ist. Da Pamina eine Ketch ist, besitzt sie noch einen weiteren, wesentlich kleineren Mast mit einem Segel. Mit diesem alleine versuchen wir nun, unseren Kurs halten zu können. Zusätzlich setzen wir von dem Top des Besanmastes unser Sturmsegel. Bei stärkerem Wind müssen wir dieses jedoch einholen, da uns die Belastung auf den Besanmast zu gross erscheint und wir diesen nicht auch noch reskieren wollen. Im Schnitt haben wir dadurch eine Geschwindigkeit von 2.5 kn erreicht. Dies entspricht ungefähr der Hälfte der geplanten Geschwinddigkeit. Unsere Reise verlängert sich dadurch. Dennoch sind wir sehr froh, unser Ziel erreichen zu können und Pamina nicht aufgeben zu müssen.
Über unsere Amateurfunkanlage sind wir in Kontakt mit Intermar e.V. und anderen Seglern. Intermar betreut Segler im Mittelmeer und auf dem Atlantik und versorgt diese mit Wetterdaten und anderen wichtigen Informationen. Nachdem wir Intermar über unserer Notlage  informiert haben, hat sich ein großer Ring von Helfern eingefunden, die uns sowohl bei der Beschaffung eines neuen Mastes, wie auch durch die täglichen Gespräche ein Gefühl der Sicherheit geben. So können wir einen für uns geeigneten Mast in Trinidad ermitteln.
Bedingt durch das windbeständige Wetter und die sehr gute Unterstützung seitens Intermar, verbringen wir die Tage der Überfahrt seit unserem Mastbruch relativ entspannt. Trotz unserer geringen Geschwindigkeit, sind wir in der Lage, recht viele Fische zu fangen und uns somit kulinarisch zu verwöhnen. Auch begleiten uns 2 Wale ein kurzes Stück.
Nach 4 Wochen, am 7.2.2015, erreichen wir dann schließlich Barbados.

Pamina direkt nach dem Mastbruch
Durcheinander auf dem Deck
Unsere Notbesegelung