Freitag, 20. März 2015

Barbados-> Tobago

Nachdem wir uns über Funk bei der Hafenbehörde gemeldet haben, lassen wir unseren Anker in der Carlisle Bay fallen. Diese Bucht liegt direkt bei Bridgetown, der Hautstadt von Barbados. Wir machen unser Beiboot klar, um an Land zu fahren und ordnungsgemäss einzuklarieren. Mit der freudigen Erwartung, nach 4 Wochen auf See, wieder festen Boden unter den Füssen zu spüren, steigen wir korrekt gekleidet für Immigration und Zoll, ins Beiboot. Doch unser erster, lang ersehnter Landgang endet erst einmal in einer recht feuchten Erfahrung. Die Wellen, die sich auf dem Strand brechen, erschweren diesen. Als wir uns dem Strand nähern, ergreift uns eine dieser Wellen und dreht unser Böötchen quer. Andreas wird ins Wasser katapultiert, und ich schaffe es gerade noch, es vor dem Umkippen zu retten. So ist erst einmal ein Strandspaziergang angesagt, bei dem wir unsere Sachen trocknen lassen. Halbwegs getrocknet machen wir uns auf den Weg zu den Behörden. Mächtig Stolz auf unseren ersten Stempel aus Übersee im Reisepass, und machen wir uns auf die Suche nach etwas leckerem zu Essen. Schnell stellen wir fest, dass das kulinarische Angebot hauptsächlich aus Fastfood besteht und beschließen einen Burger mit Pommis zu essen. Bei der Aufgabe unserer Bestellung, haben wir Mühe, zu erkennen, ob die Dame hinter der Theke überhaupt wach ist und geneigt, unsere Wünsche entgegen zu nehmen. Bei unserem Aufenthalt auf Barbados haben wir vergeblich nach der berühmten karibischen Fröhlichkeit gesucht. Allerdings hat uns der Luxus, wieder die Nächte durchschlafen zu können, ein paar Tage auf Barbados festgehalten. Am 18.2.2015 machen wir uns dann um 08:00 Uhr auf den Weg Richtung Tobago.
Am Folgetag treffen wir um 16:00 Uhr in Scarborough, der Hauptstadt von Tobago, ein und werfen im städtischen Hafen unseren Anker. Schnell stellen wir fest, dass unser Schiff das erste Mal, seitdem wir die Kanarischen Inseln im Dezember verlassen haben, fast absolut ruhig liegt. Wir freuen uns daher auf die erste Nacht ohne zu schaukeln. Scarborough ist eine kleine, lebhafte Stadt, ohne besonderen Charme. Auffallend ist der übermäßige Alkoholkonsum der Bevölkerung. In kurzen Abständen trifft man auf Bars, aus denen laute Musik dröhnt und von Betrunkenen umgeben sind.
Von Scarborough aus starten wir mehrere Ausflüge, um die Insel kennen zu lernen. Unser erstes Ziel führt uns vom Süden Tobagos an die Nord-West Küste nach Charlotteville, einem kleinen, noch fast urtümlichem Fischerdorf. Allein die Fahrt dorthin an der gesamten Ostküste entlang, ist sehr beeindruckend. Die Bucht von Charlotteville ist landschaftlich einzigartig. Wir bedauern es sehr, auf dem Weg von Barbados direkt nach Scarborough durchgefahren zu sein und nicht hier als ersten Anlaufpunkt geankert zu haben.
Da wir uns in den letzten Wochen nicht so viel bewegt haben, musste nun eine längere Wanderung her. Diese führt uns durch den Regenwald, vorbei an einer Kakao-Plantage zu den Argyll-Wasserfällen. Über mehrere Terrassen ergießt sich das Wasser in ein Tal. In den dadurch entstandenen Wasserbecken erfrischen wir uns und freuen uns sehr darüber, mal wieder in Süßwasser schwimmen zu können. Auf dem Rückweg ist diese Erfrischung wegen der feuchten Hitze leider schnell wieder vergessen. Dennoch genießen wir den Anblick der exotischen Pflanzen, die hier, nicht von Menschenhand gepflegt, in “Unordnung” wachsen dürfen. 





Da nicht nur die Welt oberhalb der Wasserlinie sehenswert ist, entschließen wir uns, einen 4-tägigen Tauchlehrgang mit abschließender Prüfung zu absolvieren. Das Zertifikat, Padi Open Water Diver, erlaubt es uns nun, bis zu einer Tiefe von ca. 12m eigenständig und mit Ausrüstung  tauchen zu dürfen. Der Lehrgang besteht aus diversen Übungen, die wir im klaren Wasser inmitten von Korallen und vielen bunten Fischen durchführen. Einen interessanteren “Klassenraum” können wir uns schwer vorstellen.
Zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Tobago wollen wir noch ein Ziegenrennen besuchen. Dieses findet jeden Sonntag in Buccoo statt. Mehrere Läufer haben je eine Ziege, die sie über eine Distanz von ca. 200m vor sich hertreiben müssen. Dieses Rennen wird von den Akteuren mit sehr viel Ernst und sportlichem Engagement durchgeführt. Entsprechend ist auch der Eifer des Publikums und der Jubel, wenn der Sieger feststeht. Mehrere Läufe finden an diesem Tag statt.





Im Anschluss an diese Wettkämpfe tritt auf einer nahe gelegenen Bühne eine heimische Steelband auf. Ein sehr schöner Abend mit kühlem Bier folgt.
Schweren Herzen müssen wir Tobago verlassen, da ja in Trinidad unser neuer Mast wartet. Am 18.03.15 brechen wir daher um 04:10 Uhr auf.

Sonntag, 15. Februar 2015

Mindelo -> St. Martin (Karibik) bzw. Barbados

Bei recht kräftigem Wind und hohen Wellen, werden wir in den ersten Tagen heftig durchgeschüttelt. Dieses Wetter hält auch die nächsten Tage an und wir kämpfen mit der Seekrankheit. Allerdings kommen wir die ersten 5 Tage recht gut voran. In den frühen Morgenstunden zum 16.01.2015 passiert dann das, wovor sich jeder Segler fürchtet. Unser Hauptmast bricht, in einer ungünstigen Konstellation von Wind, Welle und Kurs, nach 703 sm, 1 m über dem Deck und fällt nach Steuerbord ins Meer. Nun hängt er, nur noch mit den Stagen und Wanten mit Pamina verbunden, senkrecht im Ozean. Unsere Ungläubigkeit und Sprachlosigkeit in diesem Augenblick ist unbeschreiblich. Nachdem wir im Cockpit sitzend und recht sachlich die Situation analysierend, auf das erste Tageslicht warten, legen wir los und versuchen noch alles, was relativ gefahrlos geborgen werden kann, zu retten. Ein paar Stunden sind wir damit beschäftigt, die Drahtseile mit Bolzenschneider und Eisensäge zu kappen. Mit einigen Schrammen und blauen Flecken schauen wir traurig unserem alten Mast hinterher, wie er in die Tiefen des Atlantiks versinkt. Die nächste Herrausforderung besteht nun darin, aus zu probieren, wie wir am komfortabelsten die letzten 1400 sm ohne unseren Hauptantrieb zurücklegen können. Zurück nach Mindelo, gegen Wind und Welle, können wir nicht. Deswegen entschliessen wir uns, unsere Atlantiküberqeurng fortzusetzen, korrigieren jedoch unseren Kurs von St. Martin nach Barbados, da dies das naheliegendste Ziel in der Karibik ist. Da Pamina eine Ketch ist, besitzt sie noch einen weiteren, wesentlich kleineren Mast mit einem Segel. Mit diesem alleine versuchen wir nun, unseren Kurs halten zu können. Zusätzlich setzen wir von dem Top des Besanmastes unser Sturmsegel. Bei stärkerem Wind müssen wir dieses jedoch einholen, da uns die Belastung auf den Besanmast zu gross erscheint und wir diesen nicht auch noch reskieren wollen. Im Schnitt haben wir dadurch eine Geschwindigkeit von 2.5 kn erreicht. Dies entspricht ungefähr der Hälfte der geplanten Geschwinddigkeit. Unsere Reise verlängert sich dadurch. Dennoch sind wir sehr froh, unser Ziel erreichen zu können und Pamina nicht aufgeben zu müssen.
Über unsere Amateurfunkanlage sind wir in Kontakt mit Intermar e.V. und anderen Seglern. Intermar betreut Segler im Mittelmeer und auf dem Atlantik und versorgt diese mit Wetterdaten und anderen wichtigen Informationen. Nachdem wir Intermar über unserer Notlage  informiert haben, hat sich ein großer Ring von Helfern eingefunden, die uns sowohl bei der Beschaffung eines neuen Mastes, wie auch durch die täglichen Gespräche ein Gefühl der Sicherheit geben. So können wir einen für uns geeigneten Mast in Trinidad ermitteln.
Bedingt durch das windbeständige Wetter und die sehr gute Unterstützung seitens Intermar, verbringen wir die Tage der Überfahrt seit unserem Mastbruch relativ entspannt. Trotz unserer geringen Geschwindigkeit, sind wir in der Lage, recht viele Fische zu fangen und uns somit kulinarisch zu verwöhnen. Auch begleiten uns 2 Wale ein kurzes Stück.
Nach 4 Wochen, am 7.2.2015, erreichen wir dann schließlich Barbados.

Pamina direkt nach dem Mastbruch
Durcheinander auf dem Deck
Unsere Notbesegelung

Samstag, 10. Januar 2015

Las Palmas (Gran Canaria) -> Mindelo (Kap Verden)

Nun sind wir den 3. Tag auf See und sind sehr gut voran gekommen. Die Winde sind sehr günstig und die Sonne scheint meistens.
Seit heute Mittag haben wir einen 3. Passagier an Bord. Um 09:00 Uhr heute Vormittag kreiste ein Rettungsflugzeug der spanischen Küstenwache über uns und bat per Funk um unsere Unterstützung. Ein Segler in der Nähe musste von seinem Schiff abgeborgen werden, da er sein Ruder verloren hatte und daher manövrierunfähig im Meer trieb. Auch ein Öltanker war bereits zur Unglücksstelle unterwegs. Der ursprüngliche Plan der Küstenwache war, dass der Tanker den Schiffbrüchigen übernehmen sollte. Dies funktionierte aber aufgrund der Größe des Schiffes und des Seeganges nicht. Nach 2 vergeblichen Versuchen, wurde dieses Vorhaben beendet. Eine neue Alternative bestand nun darin, den Schiffbrüchigen auf Pamina zu übernehmen und von dort weiter an den Tanker zu übergeben. Da aber auch für uns der Seegang ein Problem darstellte, uns dem manövrierunfähigem Schiff zu nähern, baten wir den Öltanker um Unterstützung. Dieser sollte uns Wind- und Wellenschatten bieten, in dem er sich vor uns quer vor den Wind positionieren sollte. Dadurch würden die Wellen von ihm abgehalten werden. Er stimmte zu und kam geradewegs auf uns zu gefahren. Da wir die Fähigkeiten des Kapitäns unterschätzt haben, kam uns bei dieser Aktion ein mulmiges Gefühl auf, als sich der Bug des Tankers uns unaufhörlich näherte. Wir hatten bereits den Rückwärtsgang eingelegt, um wieder etwas Abstand vom Tanker zu nehmen. Doch wenige Meter vor uns wendete der Kapitän und brachte sein Schiff unmittelbar vor uns quer zum Stehen - eine unglaubliche Aktion. Wir konnten nun dicht an das beschädigte Schiff des Seglers heranfahren und diesen auf Pamina übernehmen. Sein Schiff trieb von diesem Moment an, mit seinem ganzen Hab und Gut, führerlos auf dem Atlantik. E r hat es aufgegeben. Nur zwei kleine Taschen hat er gepackt und mit von Bord genommen. Eine Weitergabe des Seglers an den Tanker erfolgte dann nicht mehr. Uns war das Risiko, Pamina bei diesen Wetterverhältnissen zu beschädigen, zu groß. Auch war unser neuer Passagier bereits so „fertig“, dass er es sich nicht mehr zugetraut hätte, die Bordwand des Tankers zu erklimmen. So setzte er mit dem Einverständnis der Küstenwache die Reise mit uns fort.
Im Hafen in Mindelo am 24.12. vormittags angekommen, war man dort bereits über die Ereignisse informiert und man musste der spanischen Küstenwache mitteilen, dass unser Passagier heil auf den Kapverden angekommen ist. Später folgte dann noch ein ausführlicher Bericht bei der dortigen Hafenpolizei.

sich uns nähernder Tanker

im Wind- und Wellenschatten des Tankers

havariertes Schiff wird dem Atlantik übergeben

Für 3 Tage haben wir uns einen Liegeplatz gemietet. Leider ist der Hafen einem enormen Schwell ausgesetzt, der Pamina ständig ruckartig in die Leinen stampfen lässt. Nachdem diese dann auch mehrfach gerissen sind, waren wir froh, in dem weiten Areal vor dem Hafen vor Anker gehen zu können. Auch hier waren Schwell und Wind stark, ließen sich aber recht gut ertragen. Unser Gast hatte bis zu seinem Rückflug nach Hause noch ein paar Tage Zeit und konnte sich bei einem befreundeten Segler, der hier vor Anker lag, einquartieren. Der bald stattfindende Abschiedsabend war lustig und unterhaltsam.
Mindelo erinnert einen in allen Bereichen, dass man in Afrika ist. Viele Händler, die hauptsächlich Fisch, Obst und Gemüse anbieten, säumen die Strassen. Frauen, die auf ihren Köpfen die Last tragen, sind allgegenwärtig. Kinden spielen ausgelassen am Strand und es herrscht im Allgemeinen eine fröhliche Stimmung. Dies wird noch unterstrichen durch die farbenfrohe Kleidung der Bewohner.
Da wir erst am 24.12. vormittags angekommen sind, haben wir uns noch schnell auf dem Fischmarkt unser Weihnachtsessen besorgt. Weihnachtsstimmung kam aber dennoch nicht so richtig auf. Müde sind wir dann auch früh in unsere Koje gekrabbelt.
Der nächste Tag begann mit einem Rundblick durch die stets sehr dunstige und trübe Luft. Leider hatten wir in der Zeit unseres Aufenthaltes in Mindelo selten klares Wetter. Ein Gemisch aus hoher Luftfeuchtigkeit und Saharasand trübt die Luft derart, dass ein Weitblick nicht möglich ist und es den Anschein hat, als wenn es jeden Moment beginnen würde, zu regnen.
Am Silvesterabend überraschte uns ein großes Feuerwerk. Der überwiegende Teil der Bevölkerung versammelte sich am Hafen, um dieses Spektakel zu bewundern. Danach ist es wohl üblich, bekleidet ins Meer zu springen. Dieser Tradition folgten viele Menschen. Anschließend wurde vor einer großen Bühne, von der aus Livemusik präsentiert wurde, ausgelassen getanzt. Dies dauerte bis weit nach Sonnenaufgang.

Ankerplatz vor Mindelo

Um noch eine Nachbarinsel zu besichtigen, haben wir mit der Fähre nach Sao Antao übergesetzt. Sao Antao ist im Gegensatz zu den anderen Kapverdischen Inseln im Norden mit einer dichten Vegetation überzogen. Vieles der auf den Inseln angebotenen Obst- und Gemüsesorten stammen von dort. Die Rumproduktion ist ebenfalls dort vertreten. Entlang der Nordküste sind wir durch mehrere Dörfer gewandert, die ursprünglich und friedlich anmuteten.
Da die Versorgungslage in Mindelo sehr gut ist und die Preise recht niedrig sind, haben wir unsere entstanden „Löcher“ hier wieder füllen können.

Am 10.01.15 um 15:30 Uhr haben wir unsere Atlantiküberquerung zu der Insel St. Martin gestartet.

Montag, 29. Dezember 2014

Lanzarote -> Las Palmas (Gran Canaria)


Einen Tag später kommen wir nach einem schönen Segeltag dort an. Der Hafen ist sehr voll und wir sind froh noch ein Plätzchen zu bekommen. Unsere Annahme, dass der Hafen nach dem Start der ARC leer sein würde, ist vollkommen falsch. Wir sind überrascht wie viele Segler sich hier für den Sprung über den Atlantik einfinden. Rund um den Hafen gibt es alles, was das Seglerherz begehrt. Auch wir nutzen die vielfältigen Möglichkeiten um unsere Genua flicken zu lassen und  verloren gegangene Segellatten zu ersetzen. Manche Boote segeln direkt von den Kanaren rüber in die Karibik, andere mit Zwischenstopp auf den Kap Verden .

Sehr viele Segler haben sich Brasilien zum Ziel gesetzt. Eins haben alle in diesem Hafen gemeinsam, die Anspannung vor der ersten großen Etappe und die Suche nach dem geeigneten Wetterfenster. Auch wir sind zappelig. Nach den ganzen Verzögerungen wollen wir nun endlich unsere Reise fortsetzen.  Am 16.12.14 um 10.30 Uhr werfen wir die Leinen los. Vor uns liegen ca.900 sm (ca. 8 Tage) bis nach Mindelo auf den Kap Verden.

Sonntag, 30. November 2014

Arrecife /Lanzarote


Nach 6 Tagen Mohammedia laufen wir aus. Die Fahrt nach Arrecife gestaltet sich als echte Herausforderung. Wir geraten in ein Tief, dass uns Wind in Böen bis zu 39 Knoten und eine Welle von ca. 4m bringt. .Dieser Spuk geht fast einen Tag und beschert uns so einige Verluste. Zwei Dieselkanister gehen über Bord, die Halterung von der Großschot bricht, die Genua (Vorsegel) hat ein Loch, die Windanzeige fällt aus und eine Umlenkrolle reißt raus. Wir reparieren was geht notdürftig und kommen schließlich am 27.11.14 glücklich in Arrecife an.

Bis zu den Kanaren sind unsere Segelerlebnisse im Atlantik nicht gerade schön. Im Hafen angekommen erwartet uns Sabines Tochter Kim schon am Steg. Für eine Woche wollen wir mit ihr zusammen Lanzarote erkunden. Der Hafen ist recht neu und modern. Wir treffen hier einige Yachten wieder, die wir schon in La Linea kennen gelernt haben. 

Am Flughafen mieten wir uns ein Auto. Der 1. Tag führt in den Norden der Insel. Das Wetter ist wechselhaft mit vielen Wolken, heftigem Wind und ergiebigen Regenschauern. So mutet das aus schwarzem Lavagestein bestehende Lanzarote auf uns eher trist. Spektakulär sind jedoch die gewaltigen Wellen, die, noch immer vom Sturm genährt, auf die Westküste treffen und sich am Strand brechen oder mit ohrenbetäubendem Lärm gegen den Felsen schmettern - ein sehr beeindruckenden Schauspiel. Immer wieder empfinden wir dabei das glückliche Gefühl, Pamina im sicheren Hafen zu haben und in dieser Zeit nicht auf dem Atlantik sein zu müssen.

Strand von Lanzarote

Das architektonisch interessante Haus von Omar Sharif, welches er nur einen Tag besitzen durfte, nachdem er es im Glücksspiel wieder verloren hat, konnten wir besichtigen. Es wurde aufwendig im Einklang mit der Natur zum größten Teil in den Felsen gebaut. Dadurch entsteht ein vor allem im Sommer sehr angenehmes Mikroklima. Der Ausblick von den vielen Terrassen erstreckt sich über Lanzarote bis zum weit entlegenen Meer. 

Am 2. Tag war uns das Wetter besser gesonnen und wir sind Richtung Süden losgefahren. Im Schein der Sonne zeigte Lanzarote ihr anderes Bild. Die Landschaft veränderte sich in unserem Befinden und erschien freundlicher und bizarrer. Ziel unser Fahrt war ein Gebiet mit noch bestehenden leichten vulkanischen Tätigkeiten. Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, ist das Befahren mit eigenen Pkw’s untersagt. Statt dessen stehen Reisebusse bereit, die den Besuchern in einer fast einstündigen Fahrt das schroffe Gelände präsentieren. Die Vielfalt der Farben und Formen der Gesteine sind in unseren Augen einzigartig und sicherlich sehenswert. Als kleine touristische Attraktionen konnte man bestaunen, wie über heißen Dämpfen Fleisch gegrillt wurde oder Wasserdampffontänen in die Luft schossen.

Lavalandschaft

Lavalandschaft

Lavalandschaft

Wasserdampffontäne

Nach der Besichtigung mehrerer kleiner Dörfer entlang der Küste hatten wir nun nach 2 Tagen fast alles gesehen.

Die meisten Langfahrtensegler glauben stets, nicht genügend Proviant an Bord zu haben und sind fortwährend bemüht, weitere Quellen günstiger Lebensmittel zu finden, um ihren Drang nach weiteren Einkäufen zu befriedigen. Wir stellen da keine Ausnahme dar und sind jedes Mal froh, einen Leihwagen zu besitzen, um mal wieder „ordentlich“ zu bunkern. Lazarote ist in dieser Beziehung ein Paradies und Pamina sinkt wieder etwas tiefer ins Wasser.

Da Warten auf günstiges Wetter hält uns noch etwas fest, bevor wir uns am 10.12.14 um 13:00 Uhr nach Las Palmas (Gran Canaria) starten.

Mohammedia / Marokko



Endlich ist es so weit und der Wind dreht auf Ost und lässt uns durch die Strasse von Gibraltar. Am 15.11.14 um 10.30 Uhr machen wir die Leinen los und ab geht es Richtung Atlantik und den Kanaren. Über 600 sm und 5-6 Tage auf See liegen nun vor uns. Wir sind etwas aufgeregt. Die Passage der Strasse ist wegen der starken Strömung in Richtung Osten, nicht ganz einfach. Da kann es sein, dass man trotz guter Fahrt durchs Wasser, kaum vorankommt. Am Nachmittag beißt ein großer Wolfsbarsch an und sichert uns die nächsten 2 Mahlzeiten.

Gegen Abend haben wir die Strasse passiert und nehmen Kurs auf Lanzarote. Der Wind ist schwach und kommt von vorne, sodass wir unter Motor fahren. Die Wetterberichte für die nächsten Tage sagen ein weiteres Sturmtief voraus. Also beschließen wir Mohammedia an der marokkanischen Küste anzulaufen. Am 17.11.14 nach 190 sm kommen wir früh um 7.00 Uhr dort an. Die kleine Marina besteht aus 2 wackeligen Stegen mit Strom und Wasser, sowie sehr sauberen Toiletten und Duschen. Das Einklarieren stellt sich sehr unkompliziert dar.

Hafen von Mohammedia

Eine deutsche Charterjacht, die auf dem Weg nach Las Palmas war, hatte ebenfalls abgebrochen und hier Schutz gesucht. Diese Unterbrechung war zeitlich nicht eingeplant und die Dauer nicht absehbar. Also mussten die Chartergäste ihre Tour abbrechen und sich Heimflüge von Casablanca aus buchen. Der Skipper blieb an Bord und hat sich eine erfahrene Crew für die Überführung nach Las Palmas geordert. Ebenso liefen noch die deutsche SY TUN und die schweizer SY Bonadea ein. Alle haben hier Schutz vor dem nahenden Tief genommen. So saßen wir wieder einmal fest. Diesmal in Marokko, was sich aber keinesfalls als Nachteil erwies. Zum Einen hat Mohammedia eine bezaubernde Medina und zum Anderen konnten wir uns Casablanca und die Königsstadt Fes anschauen.


Die Zugfahrt nach Fes dauert ca. 4 Std. und ist somit zu weit für einen Tagestrip. Kurzerhand haben wir uns eine Übernachtung mitten in der Medina von Fes in einem Riad gegönnt. Stundenlang sind wir durch die kleinen Gassen geschlendert und haben die Atmosphäre dort genossen. In dem Gassengewirr haben wir uns Zwangsläufig verlaufen und mussten ein Taxi zu Hilfe nehmen um wieder zu unserer Herberge zu finden. Bei einem Besuch in der Gerberei hat es uns im wahrsten Sinne des Wortes den Atem verschlagen. Dort werden noch wie in Zeiten des Mittelalters Tierhäute bearbeitet. Arbeiter stehen bis zur Hüfte in Becken mit Kalk und Taubenmist. Unser Führer hat uns gegen den Gestank etwas Minze angeboten und anschließend zu einer Verkaufsveranstaltung genötigt.

Gerberei in Fes

Gerberei in Fes

Gerberei in Fes

Casablanca haben wir zusammen mit den Crews von der SY TUN, Florian und Julia, und SY Bonadea, Moni und Toni, unternommen. Die Stadt hat eine atemberaubende Moschee direkt am Meer. In der Medina haben wir sowohl den Teil besucht, der überwiegend auf Touristen ausgerichtet ist, sowie den Teil für die hiesige Bevölkerung. Letztgenannter ist teilweise für Europäer eher gewöhnungsbedürftig, aber unendlich interessant. Hier wird in der prallen Sonne Fisch ohne jede Kühlung verkauft. Daneben warten in einem Käfig eingezwängte Hühner auf ihre Erlösung. Dennoch haben wir uns nicht davon abhalten lassen, hier zu speisen. Eine kleine Garküche haben wir ausgewählt, die aber nicht genug Platz und Tische im Inneren des Raumes hatte. Der Wirt hat sich deshalb kurzerhand Tische und Stühle von einem Nachbarn ausgeliehen und diese für uns draußen aufgebaut. So saßen wir direkt vor einem Verkaufsstand, der aus getrockneten Igeln, Salamandern, getrockneten Kraut usw. , Rezepte für Heiltränke mischt. Dies alles hat jedoch den Genuss der Tajine, für die wir immerhin 4 Gabeln für 6 Leute bekamen, nicht geschmälert.

Moschee von Casablanca

Medina von Casablanca

Medina von Casablanca

Skurriler Händler in der Medina

Skurriler Händler in der Medina

Freitag, 31. Oktober 2014

La Linea / Gibraltar

Am nächsten Tag fahren wir in den Hafen von La Linea . Kim und ihre Freundin Viola kommen für 10 Tage zu Besuch. Wir statten zuerst einmal Gibraltar zu Fuss einen Besuch ab. Dazu passiert man  den Grenzübergang von Spanien (La Linea) nach  England (Gibraltar) und überquert dann zu Fuß die Start- und Landebahn des Flughafens von Gibraltar. Es ist sicherlich interessant, diesen Ort einmal gesehen zu haben, aber wir sind einhellig zu der Meinung gelangt, dass es dort zu touristisch und hektisch zugeht.
Da wir noch immer unser Auspuffproblem haben, ziehen wir mit dem ausgebauten Krümmer los, um eine Möglichkeit zu finden, ihn reparieren zu lassen. Wir werden schnell fündig. Direkt am Hafen gibt es eine Werft mit einer modernen Werkstatt . Dort wird der Krümmer erneut, nach neuen Erkenntnissen, geschweißt und bereits am nächsten Tag sogar zum Schiff gebracht.
Bevor wir mit einem Leihwagen Andalusien erkunden, müssen Kim und Viola noch unseren Proviantnachschub über sich ergehen lassen. Was bietet sich mehr an als ein Auto und 4 zusätzliche Hände.
In St. Maria del Puerto besichtigen wir unter Anderem die Bodega von Osborne und lassen es uns nach einer Führung bei der Verkostung die leckeren Sherryweine schmecken. Ein paar Fläschchen von diesem Getränk finden ihren Weg in den Kofferraum des Wagens.


Bodega Osborne

Bodega Osborne

Der nächste Tag führt uns nach Ronda, einem abgelegenem Bergdorf. So steht es im Reiseführer. Der Weg dorthin führt tatsächlich durch die Berge und ist landschaftlich wunderschön. Ronda selbst hat einen sehr malerischen alten Ortsteil, der aber für unseren Geschmack mittlerweile viel zu touristisch ist und dem Begriff „ einsam“ nicht mehr gerecht wird.

Ronda

In Sevilla verbringen wir 2 Tage und feiern bei einer ausgiebigen Tapastour durch die Gassen der Altstadt Sabines 50.Geburtstag.
Nachdem unser Besuch nach einer sehr schönen und ereignisreichen Zeit wieder in die Heimat fliegt, fangen wir an unsere Überfahrt zu den Kanaren vorzubereiten. Wir testen zum ersten Mal unsere Windsteueranlage in der Bucht von Gibraltar, fahren zum tanken in den  Englischen Teil, dort ist der Diesel um einiges günstiger, und kochen Fleisch ein. Zu unserem Leidwesen macht uns mal wieder das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Der Wind dreht auf West und pfeift genau aus der Richtung, in die wir wollen. Außerdem zieht ein Tiefdruckgebiet nach dem Anderen über den Atlantik. So heißt es warten. Vom Wetter zum warten verdammt, mieten wir uns noch mal einen Wagen und machen Ausflüge nach Cadiz und Tarifa.
Im Hafen von La Linea treffen zu 90% Schiffe ein, die entweder vom Mittelmeer in den Atlantik oder umgekehrt fahren wollen. Dementsprechend ist die Atmosphäre. Überall wird gebastelt, repariert und proviantiert. Die Waschmaschinen im Hafen laufen ununterbrochen.  In La Linea, welches einem anfänglich recht trostlos erscheint, entdeckt man nach längerem Erkunden durchaus einen gewissen Charme. In der Markthalle bekommt man frischen Fisch, Obst, Gemüse und erstklassiges Fleisch, zu zivilen Preisen. Wir haben uns in die Stücke vom Iberischen Schweinchen verliebt. Zum Frühstücken sind wir oft in die Markthalle in eine der Tapasbars gegangen und haben uns dort günstig verwöhnen lassen. Die Menschen dort haben Freude daran, einem Touristen, der sich dorthin verirrt, ihre Gerichte zu servieren.