Nun sind wir den 3. Tag auf See und sind sehr
gut voran gekommen. Die Winde sind sehr günstig und die Sonne scheint meistens.
Seit heute Mittag haben wir einen 3. Passagier
an Bord. Um 09:00 Uhr heute Vormittag kreiste ein Rettungsflugzeug der
spanischen Küstenwache über uns und bat per Funk um unsere Unterstützung. Ein
Segler in der Nähe musste von seinem Schiff abgeborgen werden, da er sein Ruder
verloren hatte und daher manövrierunfähig im Meer trieb. Auch ein Öltanker war
bereits zur Unglücksstelle unterwegs. Der ursprüngliche Plan der Küstenwache
war, dass der Tanker den Schiffbrüchigen übernehmen sollte. Dies funktionierte
aber aufgrund der Größe des Schiffes und des Seeganges nicht. Nach 2
vergeblichen Versuchen, wurde dieses Vorhaben beendet. Eine neue Alternative
bestand nun darin, den Schiffbrüchigen auf Pamina zu übernehmen und von dort
weiter an den Tanker zu übergeben. Da aber auch für uns der Seegang ein Problem
darstellte, uns dem manövrierunfähigem Schiff zu nähern, baten wir den Öltanker
um Unterstützung. Dieser sollte uns Wind- und Wellenschatten bieten, in dem er
sich vor uns quer vor den Wind positionieren sollte. Dadurch würden die Wellen
von ihm abgehalten werden. Er stimmte zu und kam geradewegs auf uns zu
gefahren. Da wir die Fähigkeiten des Kapitäns unterschätzt haben, kam uns bei
dieser Aktion ein mulmiges Gefühl auf, als sich der Bug des Tankers uns
unaufhörlich näherte. Wir hatten bereits den Rückwärtsgang eingelegt, um wieder
etwas Abstand vom Tanker zu nehmen. Doch wenige Meter vor uns wendete der
Kapitän und brachte sein Schiff unmittelbar vor uns quer zum Stehen - eine
unglaubliche Aktion. Wir konnten nun dicht an das beschädigte Schiff des
Seglers heranfahren und diesen auf Pamina übernehmen. Sein Schiff trieb von
diesem Moment an, mit seinem ganzen Hab und Gut, führerlos auf dem Atlantik. E r
hat es aufgegeben. Nur zwei kleine Taschen hat er gepackt und mit von Bord
genommen. Eine Weitergabe des Seglers an den Tanker erfolgte dann nicht mehr.
Uns war das Risiko, Pamina bei diesen Wetterverhältnissen zu beschädigen, zu
groß. Auch war unser neuer Passagier bereits so „fertig“, dass er es sich nicht
mehr zugetraut hätte, die Bordwand des Tankers zu erklimmen. So setzte er mit
dem Einverständnis der Küstenwache die Reise mit uns fort.
Im Hafen in Mindelo am 24.12. vormittags angekommen,
war man dort bereits über die Ereignisse informiert und man musste der
spanischen Küstenwache mitteilen, dass unser Passagier heil auf den Kapverden
angekommen ist. Später folgte dann noch ein ausführlicher Bericht bei der
dortigen Hafenpolizei.
| sich uns nähernder Tanker |
| im Wind- und Wellenschatten des Tankers |
| havariertes Schiff wird dem Atlantik übergeben |
Für 3 Tage haben wir uns einen Liegeplatz
gemietet. Leider ist der Hafen einem enormen Schwell ausgesetzt, der Pamina
ständig ruckartig in die Leinen stampfen lässt. Nachdem diese dann auch
mehrfach gerissen sind, waren wir froh, in dem weiten Areal vor dem Hafen vor
Anker gehen zu können. Auch hier waren Schwell und Wind stark, ließen sich aber
recht gut ertragen. Unser Gast hatte bis zu seinem Rückflug nach Hause noch ein
paar Tage Zeit und konnte sich bei einem befreundeten Segler, der hier vor
Anker lag, einquartieren. Der bald stattfindende Abschiedsabend war lustig und
unterhaltsam.
Mindelo erinnert einen in allen Bereichen, dass
man in Afrika ist. Viele Händler, die hauptsächlich Fisch, Obst und Gemüse
anbieten, säumen die Strassen. Frauen, die auf ihren Köpfen die Last tragen,
sind allgegenwärtig. Kinden spielen ausgelassen am Strand und es herrscht im
Allgemeinen eine fröhliche Stimmung. Dies wird noch unterstrichen durch die
farbenfrohe Kleidung der Bewohner.
Da wir erst am 24.12. vormittags angekommen sind,
haben wir uns noch schnell auf dem Fischmarkt unser Weihnachtsessen besorgt.
Weihnachtsstimmung kam aber dennoch nicht so richtig auf. Müde sind wir dann
auch früh in unsere Koje gekrabbelt.
Der nächste Tag begann mit einem Rundblick
durch die stets sehr dunstige und trübe Luft. Leider hatten wir in der Zeit
unseres Aufenthaltes in Mindelo selten klares Wetter. Ein Gemisch aus hoher
Luftfeuchtigkeit und Saharasand trübt die Luft derart, dass ein Weitblick nicht
möglich ist und es den Anschein hat, als wenn es jeden Moment beginnen würde,
zu regnen.
Am Silvesterabend überraschte uns ein großes
Feuerwerk. Der überwiegende Teil der Bevölkerung versammelte sich am Hafen, um
dieses Spektakel zu bewundern. Danach ist es wohl üblich, bekleidet ins Meer zu
springen. Dieser Tradition folgten viele Menschen. Anschließend wurde vor einer
großen Bühne, von der aus Livemusik präsentiert wurde, ausgelassen getanzt.
Dies dauerte bis weit nach Sonnenaufgang.
Um noch eine Nachbarinsel zu besichtigen, haben wir mit der Fähre nach Sao Antao übergesetzt. Sao Antao ist im Gegensatz zu den anderen Kapverdischen Inseln im Norden mit einer dichten Vegetation überzogen. Vieles der auf den Inseln angebotenen Obst- und Gemüsesorten stammen von dort. Die Rumproduktion ist ebenfalls dort vertreten. Entlang der Nordküste sind wir durch mehrere Dörfer gewandert, die ursprünglich und friedlich anmuteten.
| Ankerplatz vor Mindelo |
Um noch eine Nachbarinsel zu besichtigen, haben wir mit der Fähre nach Sao Antao übergesetzt. Sao Antao ist im Gegensatz zu den anderen Kapverdischen Inseln im Norden mit einer dichten Vegetation überzogen. Vieles der auf den Inseln angebotenen Obst- und Gemüsesorten stammen von dort. Die Rumproduktion ist ebenfalls dort vertreten. Entlang der Nordküste sind wir durch mehrere Dörfer gewandert, die ursprünglich und friedlich anmuteten.
Da die Versorgungslage in Mindelo sehr gut ist
und die Preise recht niedrig sind, haben wir unsere entstanden „Löcher“ hier
wieder füllen können.
Am 10.01.15 um 15:30 Uhr haben wir unsere
Atlantiküberquerung zu der Insel St. Martin gestartet.