Sonntag, 31. August 2014

Überfahrt Mallorca -> Es Trenc


Am 27.08.14 um 13:15 Uhr war es dann soweit. Nachdem wir noch einige sardische Köstlichkeiten eingekauft haben, sind wir zu unserer Überfahrt nach Mallorca gestartet. Es lagen ca. 260 sm vor uns. Hierfür haben wir ungefähr 2,5 Tage geplant. In den ersten 24h war uns der Wind gnädig, so dass wir nicht schnell, aber doch recht gemütlich segeln konnten. Die zurückgelegte Distanz war dementsprechend mit 93,2 sm recht moderat. Die weiteren 24 h müssten wir, wie leider schon so oft, den Motor benutzen. 112 sm haben wir geschafft. Somit war eine Ankunft während des Tageslichtes leider nicht mehr möglich. Da wir die Buchten auf Mallorca nicht so gut kannten, haben wir uns entschieden, den Strand „Es Trenc“ anzusteuern. Dieser ist zwar nicht so geschützt, doch ist der Grund sandig und ohne Untiefen. Der Wind war ablandig. Mit Wellen war also nicht zu rechnen. Das richtige Ziel für eine Nachtansteuerung. Am 30.08.14 haben wir dann um 02:45 Uhr nach 61,5 h Fahrt den Anker fallen gelassen. Stolz und sehr müde haben wir uns nach einem kleinen „Absacker“ in die Koje fallen gelassen und sind schnell und zufrieden eingeschlafen.

Porto Giunco -> Cagliari-> Pula-> Malfatano->Porto Pino->Cala Cannai->Calasetta


Mit einer trockenen und gut sortierten Vorschiffskoje geht es am 17.08.2014 auf nach Cagliari. Dort gönnen wir uns seit unserer Abfahrt in Monastir den ersten Hafenplatz in der Marina S’Elmo. Wir freuen uns sehr auf einen Bummel durch die Altstadt. Diese haben wir vor ca. 5 Jahren das letzte Mal vor unserer Abfahrt nach Tunesien gesehen und noch als ein vom Tourismus verschontes Eckchen kennen gelernt. Sehr schnell erkennen wir jedoch, dass dies nicht mehr der Fall ist. In den kleinen Gassen reiht sich ein Restaurant an das Andere und es ist kaum möglich, sich eins auszusuchen, ohne dabei von einem Angestellten die Speisekarte in allen gängigen Sprachen „heruntergeleiert“ zu bekommen. Ursprünglich wollten wir 2 Tage bleiben, beschließen aber, am nächsten Vormittag Cagliari wieder zu verlassen.
Unser Ziel ist Pula, wo wir eine sehr unruhige Nacht verbringen. Der Wind und die Welle stehen genau in die Bucht und lassen uns früh am Morgen den Anker lichten. Über Malfatano und Porto Pino geht es zur Cala Cannai. Bei ausgiebigen Schnorcheltouren entdecken wir einen Pulpo. Da diese Spezies zu unseren Lieblingsgerichten zählt, lässt Andreas sich nicht lange bitten und fängt diesen. Von unserem Jagderfolg angespornt suchen wir auch in nächsten 2 Tagen den Meeresboden in der Bucht ab und entdecken tatsächlich wieder einen. Ihn ereilt das gleiche Schicksal wie dem Ersten, er landet bei uns im Kochtopf.
Unser nächstes Ziel ist Calasetta. Eine von drei kleinen Inseln die am Südwest Zipfel von Sardinien liegen. Calasetta ist zu unserer Erleichterung noch genauso gemütlich und friedlich wie vor 5 Jahren. Der kleine Ort ist wie geschaffen um zu Fuß erkundet zu werden. So entdecken wir bald  zwei kleine Fischgeschäfte die ihr sehr überschaubares Warenangebot erst am späten Nachmittag anbieten, wenn die Fischer von ihrer Tour zurück sind. In einer kleinen Cantina gibt es sehr guten Wein, den man gerne auch in größere Gebinde abfüllen kann. Nachdem wir uns durch die Sorten probiert haben, erstehen wir einen vorzüglichen Malvasia als Dessertwein und auch die Farben weiss, rot und rosé sind vertreten. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, alles zu Fuß zu erledigen und teilweise mit Hilfe eines klappbaren Rollwagens unsere Beute aufs Schiff zu transportieren.
Am Hafen gibt es vormittags einen Wochenmarkt, auf dem Händler die Spezialitäten Sardiniens und frisches Obst und Gemüse anbieten. Dort haben wir uns mit allerlei Leckereien eingedeckt.
Da Pamina vor unserer Zeit in Tunesien drei Jahre auf Sardinien gelegen hat und unsere Ruderanlage uns Sorgen macht, haben wir unseren Besuch hier relativ kurz gehalten. Sardinien ist ein wunderschönes Segelrevier mit schneeweißen Sandstränden, hervorragenden Ankergründen und kristallklarem Wasser.

Sonntag, 17. August 2014

Überfahrt Sizilien -> Sardinien


Nun stand unsere erste größere Überfahrt an. Von unserem Punkt auf Sizilien in den Süden von Sardinien waren es ca. 230sm. Dies entspricht einer Distanz von 414km. Gemessen an dem, was man mit einem Auto innerhalb kürzester Zeit zurücklegen kann, rechneten wir für diese Strecke mit einer Zeitspanne von ca. 50h. Wir tankten vorsichtshalber noch einmal zu einem stolzen Diesel-Preis von EUR 1,95 pro Liter nach und starteten danach am 13.08.14 um 10:00 Uhr. Nach wenigen Stunden unter Motor, kam Wind auf und wir konnten die Segel setzen. Leider führte der Kurs nicht zu unserem Ziel. Laut Wetterprognose sollte der Wind jedoch später drehen, so dass wir den Kursversatz wieder hätten einholen können. Dies hat sich dann leider doch nicht so eingestellt, so dass wir mit Hilfe des Motors gegen recht starken Wind und Wellen am 15.08.14 um 17:15 Uhr Sardinien erreicht haben. Kurz vor dem Ziel haben wir festgestellt, dass unsere komplette Vorschiffskoje völlig durchnässt war. In diesem Bereich haben wir einen Grossteil unserer Ausrüstung und Vorräte verstaut. Der Übeltäter war ein defekter Lüfter auf dem Vorschiff. Bei jeder überkommenden Welle geriet wie aus einer Dusche ein Schwall Wasser von oben ins Vorschiff. Also war nach unserer Ankunft erst einmal viel Arbeit angesagt. Den Inhalt der Koje haben wir zum Trocknen auf dem Deck verteilt und wegen des noch immer starken Windes gesichert. Der Anblick von Pamina glich danach mehr einem Trödelstand, als einem organisierten schwimmenden Haushalt. Dies wurde durch die erstaunten Blicke anderer Ankerlieger nur bestätigt wurde. Nachdem wir auch im Schiffsinnern alles gereinigt und getrocknet hatten, konnten wir auf unserem Deck wieder die Ordnung herstellen. Bei ein paar Gläschen Wein und einem leckeren Essen genossen wir nun endlich die Ankunft auf Sardinien und hatten anschließend unser Schlafdefizit der letzten beiden Nächte nachgeholt.

Freitag, 15. August 2014

Orlando -> Cefalu -> Tarmini Imerese


Am 9.8.14 um 8.15 Uhr verlassen wir die Eolischen Inseln und segeln zurück ans Sizilianische Festland. Orlando heißt unser nächstes Ziel. Dort befindet sich ein Yacht- und Fischereihafen, der bestimmt einmal für Mehr vorgesehen war. Inzwischen ist dieser Hafen versandet und die Stege des Yachthafens sind abgebaut. Trotzdem bietet er direkt hinter der Hafenmauer gute Ankermöglichkeiten auf Sandgrund und auch Frischwasser ist am Kai vorhanden.

Nach einer ruhigen Nacht ging es am nächsten Morgen weiter nach Cefalu. Von See her hat man einen wunderschönen Blick auf die Altstadt, die an einem Hang zu Füßen eines mächtigen Kalksteinfelsens liegt. Allerdings schließt sich westlich der Altstadt, den gesamten Strand entlang, ein Gebiet mit Massentourismus an.

Von Cefalu aus haben wir mit dem Zug einen Ausflug nach Palermo unternommen. Sabine meinte, dass man Sizilien nicht verlassen sollte, ohne die Hauptstadt gesehen zu haben. Die Altstadt von Palermo besitzt einen morbiden Charme und hat eine große Anzahl von Baudenkmälern, die es sicherlich wert sind, besichtigt zu werden. Sehr imposant erhebt sich der monumentalste Sakralbau der Stadt, die „Cattedrale Maria Santissima Assunta“. Fragwürdig und makaber erscheint uns die Galerie von 8000 Munien in den Katacomben des Kapuzinerkonvent Convento die Cappuccini. Mumifizierte Mönche, Frauen, Männer und Kinder sind eingekleidet auf Stehplätzen entlang der Wand aufgereiht. Viele der Besucher machen Lärm und sich teilweise auch lustig über die Toten, sodass die Würde der Verstorbenen nicht immer gewahrt scheint.

Der Yachthafen von Palermo hat eine schöne Anlage und ist sehr gepflegt. Er befindet sich nahe der Altstadt.
Der nächste Step führt uns von Cefalu aus nach Tarmini Imerese. Dort existiert ein Yachthafen, vor dem man gute Ankermöglichkeiten antrifft. Von hier aus wollen wir am nächsten Morgen unsere Überfahrt nach Sardinien starten.


versandeter Hafen von Orlando

Blick auf die Altstadt von Cefalu

Blick auf die Altstadt von Cefalu

Sonntag, 10. August 2014

Vulcano -> Stromboli -> Lipari


Von der Strasse von Messina aus geht es nun endlich in Richtung Westen, zunächst zu den Liparische Inseln. In einer von Yachten überfüllten Bucht vor der Insel Vulcano haben wir für 2 Tage geankert, um den noch heute schwach aktiven Vulkan "Gran Cratere" und seine Umgebung zu erkunden. Überall liegt ein permanenter Schwefelgeruch in der Luft. Es dampft ständig aus dem Vulkankrater und dem davor liegenden Meeresboden. Bewaffnet mit Taucherbrille und Schnorchel haben wir diese heissen Quellen erkundet. Es mutete an, als befänden wir uns in einem Wirlpool. Früh am Morgen sind wir aufgebrochen, um den fast 400m hohen Krater zu besteigen. Für den trotz der Morgenstunden schweißtreibenden Aufstieg sind wir mit einem atemberaubenden Blick über die Inseln und in den dampfenden Krater belohnt worden. Aus vielen Erdspalten steigen ständig heiße Schwefelgase hoch, die die unmittelbare Umgebung mit einer gelben Schwefelschicht überziehen.

Bei einem kleinen abendlichen Bummel durch den gemütlichen „Ortskern“, stießen wir auf das Abbild des Eolis, dem Herrn der Winde, der in Stein gemeißelt sehr eindrucksvoll die allgegenwärtige Kraft des Windes darstellt.

Am 06.08.14 haben wir sowohl Vulcano, als auch die einen ständig begleitenden Schwefelgerüche hinter uns gelassen und uns auf den Weg zur Insel Stromboli gemacht. Nach 7 Stunden Segelvergnügen haben wir das Glück gehabt, daß der Wind aus der richtigen Richtung kam und wir mit Blick auf den Vulkan Stromboli und das kleine Dorf Ficogrande am offenen Strand sicher ankern konnten.

Stromboli hat uns mit einem lauten Knall und einer dicken Aschewolke, die glücklicherweise nicht in unsere Richtung getrieben wurde, begrüßt. Viele Segler haben sich hier versammelt, um die Aktivitäten des Vulkans zu bestaunen. Nach einem Rundgang durch das Dorf sind wir, wie viele andere, bei Dunkelheit aufgebrochen, um auf die andere Seite der Insel zu segeln. Dort sind die alle ca. 17 min. wiederkehrenden Eruptionen und der Lavastrom, der vom Kraterrand bis ins Meer hinein reicht, zu sehen. In sicherer Entfernung haben wir fasziniert lange Zeit dort verbracht, bis wir anschließend wieder zu unseren Ankerplatz zurückgekehrt sind. Nach einer ruhigen Nacht staunten wir am nächsten Morgen, weil Pamina mit einer dichten Aschendecke überzogen war. Nach ausgiebigen Reinigungsarbeiten führte unsere weitere Reise zur Insel Lipari. Auf dem Weg dorthin sind wir abermals an der Ausbruchsstelle vorbeigesegelt. Die Aktivitäten des Stromboli waren zu diesem Zeitpunkt wesentlich heftiger als am Vorabend. Mehrere Lavaströme versanken zischend und dampfend im Meer. Über dem Vulkan hat sich eine mächtige und dunkle Asche- und Rauchwolke gebildet, die eindrucksvoll dessen „Lebendigkeit“ und Kraft wieder gespiegelt hat.

In Lipari haben wir 2 Tage verbracht. Mit einem sehr schönen Blick auf den gleichnamigen Hauptort konnten wir unseren Ankerplatz wählen. Trotz der vielen Touristen hat sich Lipari seinen Charme und Gemütlichkeit bewahrt.



Gran Cratere auf der Insel Vulcano



Eolis - Herr der Winde



Aktivitäten von Stromboli



Blick von unserem Ankerplatz auf die Stadt Lipari

Montag, 4. August 2014

Syrakus -> Catania -> Taormina -> Strasse von Messina


Die weite Bucht vor Taormina war unser nächstes Ziel. Da die Strecke für eine Tagesetappe zu lang ist, haben wir einen Zwischenstopp in Catania eingelegt. Die hohen Liegekosten haben wir uns gespart, indem wir vor dem Hafen den Anker fallen gelassen haben. Das Wasser war trüb und unruhig. Die Umgebung eine Industrielandschaft. Entsprechend war auch unsere Nachtruhe. Glücklich, diesen Ort wieder verlassen zu können, sind wir morgens zeitig nach Taormina gestartet. In einer großen, aber auch sehr offenen Bucht, konnten wir vor Taormina auf Sandgrund ankern. Der Schwell war wieder einmal recht unangenehm. Der Blick auf Taormina, welches sich 200m oberhalb unseres Ankerplatzes befindet, hat uns dafür jedoch entschädigt. Gleich am nächsten Morgen sind wir mit einem Linienbus zu einer Besichtigungstour aufgebrochen. Neben der liebevoll erhaltenen Altstadt mit ihren vielen Palazzi, ist das Teatro Greco sicherlich sehenswert. Von hier aus hat man einen weiten Blick entlang der Küste bis zum Beginn der Strasse von Messina. Einen ersten Eindruck von den Strömungen, die in der Strasse herrschen, konnten wir gewinnen. In der Dunkelheit der Nacht haben wir die ununterbrochene Lava-Fontäne und den herunter fließenden Lava-Strom des momentan recht aktiven Ätnas bewundert. Ein sehr imposantes und Respekt einflößendes Schauspiel.
Eine Woche haben wir in dieser Bucht verbracht und auf die richtigen Winde für die Durchfahrt der Strasse von Messina gewartet. Die Zeit wurde uns hier nicht zu lang. Am 3. August sind wir dann bei Windstille und spiegelglattem Wasser losgefahren. Ein günstiger Wind wollte sich auch in den nächsten Tagen nicht einstellen. Zum Abschied hat der Ätna noch einmal laut gegrollt. Mit der Strömung und unter Motor haben wir die erste Hälfte der Strasse sehr schnell hinter uns gebracht. Doch dann kippte der Strom und Schneckentempo war angesagt. Unser Tagesziel war ein Strand am Ende der Strasse, der uns als Ankerplatz günstig erschien. Diesen haben wir am Nachmittag erreicht.  Die zahlreichen Schnellfähren, die das italienische Festland mit Sizilien verbinden, haben wir, soweit möglich, in einem sicheren Abstand gehalten. Wesentlich schwerer in ihrem Kurs einzuschätzen sind jedoch die zahlreichen Schwertfischfänger. Diese Boote besitzen einen ca. 20 Meter hohen Mast auf dessen Spitze sich eine Plattform befindet. Von hier aus wird das Boot von einer Person gesteuert. Ein oder zwei weitere halten von dort aus Ausschau nach Thun- bzw. Schwertfisch. Auf einem ebenso langen Ausleger am Bug des Schiffes steht ein Fischer mit einer Harpune. Diese Art des Fischfangs erinnert start an die Methode des Walfanges und ist in der Strasse von Messina wohl sehr erfolgreich. Auf einem Fischerboot konnten wir miterleben, wie gerade ein mehrerer hundert Kilo schwerer Tunfisch verstaut wurde. Unser Angelglück war leider nicht so ergiebig. So mussten wir auf unsere Nudelvorräte zurückgreifen.
Teatro Greco mit Blick auf den Ätna


Blick von Taormina auf unsere Ankerbucht


Fischfänger in der Strasse von Messina