Sonntag, 10. August 2014

Vulcano -> Stromboli -> Lipari


Von der Strasse von Messina aus geht es nun endlich in Richtung Westen, zunächst zu den Liparische Inseln. In einer von Yachten überfüllten Bucht vor der Insel Vulcano haben wir für 2 Tage geankert, um den noch heute schwach aktiven Vulkan "Gran Cratere" und seine Umgebung zu erkunden. Überall liegt ein permanenter Schwefelgeruch in der Luft. Es dampft ständig aus dem Vulkankrater und dem davor liegenden Meeresboden. Bewaffnet mit Taucherbrille und Schnorchel haben wir diese heissen Quellen erkundet. Es mutete an, als befänden wir uns in einem Wirlpool. Früh am Morgen sind wir aufgebrochen, um den fast 400m hohen Krater zu besteigen. Für den trotz der Morgenstunden schweißtreibenden Aufstieg sind wir mit einem atemberaubenden Blick über die Inseln und in den dampfenden Krater belohnt worden. Aus vielen Erdspalten steigen ständig heiße Schwefelgase hoch, die die unmittelbare Umgebung mit einer gelben Schwefelschicht überziehen.

Bei einem kleinen abendlichen Bummel durch den gemütlichen „Ortskern“, stießen wir auf das Abbild des Eolis, dem Herrn der Winde, der in Stein gemeißelt sehr eindrucksvoll die allgegenwärtige Kraft des Windes darstellt.

Am 06.08.14 haben wir sowohl Vulcano, als auch die einen ständig begleitenden Schwefelgerüche hinter uns gelassen und uns auf den Weg zur Insel Stromboli gemacht. Nach 7 Stunden Segelvergnügen haben wir das Glück gehabt, daß der Wind aus der richtigen Richtung kam und wir mit Blick auf den Vulkan Stromboli und das kleine Dorf Ficogrande am offenen Strand sicher ankern konnten.

Stromboli hat uns mit einem lauten Knall und einer dicken Aschewolke, die glücklicherweise nicht in unsere Richtung getrieben wurde, begrüßt. Viele Segler haben sich hier versammelt, um die Aktivitäten des Vulkans zu bestaunen. Nach einem Rundgang durch das Dorf sind wir, wie viele andere, bei Dunkelheit aufgebrochen, um auf die andere Seite der Insel zu segeln. Dort sind die alle ca. 17 min. wiederkehrenden Eruptionen und der Lavastrom, der vom Kraterrand bis ins Meer hinein reicht, zu sehen. In sicherer Entfernung haben wir fasziniert lange Zeit dort verbracht, bis wir anschließend wieder zu unseren Ankerplatz zurückgekehrt sind. Nach einer ruhigen Nacht staunten wir am nächsten Morgen, weil Pamina mit einer dichten Aschendecke überzogen war. Nach ausgiebigen Reinigungsarbeiten führte unsere weitere Reise zur Insel Lipari. Auf dem Weg dorthin sind wir abermals an der Ausbruchsstelle vorbeigesegelt. Die Aktivitäten des Stromboli waren zu diesem Zeitpunkt wesentlich heftiger als am Vorabend. Mehrere Lavaströme versanken zischend und dampfend im Meer. Über dem Vulkan hat sich eine mächtige und dunkle Asche- und Rauchwolke gebildet, die eindrucksvoll dessen „Lebendigkeit“ und Kraft wieder gespiegelt hat.

In Lipari haben wir 2 Tage verbracht. Mit einem sehr schönen Blick auf den gleichnamigen Hauptort konnten wir unseren Ankerplatz wählen. Trotz der vielen Touristen hat sich Lipari seinen Charme und Gemütlichkeit bewahrt.



Gran Cratere auf der Insel Vulcano



Eolis - Herr der Winde



Aktivitäten von Stromboli



Blick von unserem Ankerplatz auf die Stadt Lipari