Nun stand unsere erste größere Überfahrt an. Von unserem Punkt auf
Sizilien in den Süden von Sardinien waren es ca. 230sm. Dies entspricht einer
Distanz von 414km. Gemessen an dem, was man mit einem Auto innerhalb kürzester
Zeit zurücklegen kann, rechneten wir für diese Strecke mit einer Zeitspanne von
ca. 50h. Wir tankten vorsichtshalber noch einmal zu einem stolzen Diesel-Preis
von EUR 1,95 pro Liter nach und starteten danach am 13.08.14 um 10:00 Uhr. Nach
wenigen Stunden unter Motor, kam Wind auf und wir konnten die Segel setzen.
Leider führte der Kurs nicht zu unserem Ziel. Laut Wetterprognose sollte der
Wind jedoch später drehen, so dass wir den Kursversatz wieder hätten einholen
können. Dies hat sich dann leider doch nicht so eingestellt, so dass wir mit
Hilfe des Motors gegen recht starken Wind und Wellen am 15.08.14 um 17:15 Uhr
Sardinien erreicht haben. Kurz vor dem Ziel haben wir festgestellt, dass unsere
komplette Vorschiffskoje völlig durchnässt war. In diesem Bereich haben wir
einen Grossteil unserer Ausrüstung und Vorräte verstaut. Der Übeltäter war ein
defekter Lüfter auf dem Vorschiff. Bei jeder überkommenden Welle geriet wie aus
einer Dusche ein Schwall Wasser von oben ins Vorschiff. Also war nach unserer
Ankunft erst einmal viel Arbeit angesagt. Den Inhalt der Koje haben wir zum
Trocknen auf dem Deck verteilt und wegen des noch immer starken Windes
gesichert. Der Anblick von Pamina glich danach mehr einem Trödelstand, als
einem organisierten schwimmenden Haushalt. Dies wurde durch die erstaunten
Blicke anderer Ankerlieger nur bestätigt wurde. Nachdem wir auch im
Schiffsinnern alles gereinigt und getrocknet hatten, konnten wir auf unserem
Deck wieder die Ordnung herstellen. Bei ein paar Gläschen Wein und einem
leckeren Essen genossen wir nun endlich die Ankunft auf Sardinien und hatten
anschließend unser Schlafdefizit der letzten beiden Nächte nachgeholt.