Freitag, 31. Oktober 2014

La Linea / Gibraltar

Am nächsten Tag fahren wir in den Hafen von La Linea . Kim und ihre Freundin Viola kommen für 10 Tage zu Besuch. Wir statten zuerst einmal Gibraltar zu Fuss einen Besuch ab. Dazu passiert man  den Grenzübergang von Spanien (La Linea) nach  England (Gibraltar) und überquert dann zu Fuß die Start- und Landebahn des Flughafens von Gibraltar. Es ist sicherlich interessant, diesen Ort einmal gesehen zu haben, aber wir sind einhellig zu der Meinung gelangt, dass es dort zu touristisch und hektisch zugeht.
Da wir noch immer unser Auspuffproblem haben, ziehen wir mit dem ausgebauten Krümmer los, um eine Möglichkeit zu finden, ihn reparieren zu lassen. Wir werden schnell fündig. Direkt am Hafen gibt es eine Werft mit einer modernen Werkstatt . Dort wird der Krümmer erneut, nach neuen Erkenntnissen, geschweißt und bereits am nächsten Tag sogar zum Schiff gebracht.
Bevor wir mit einem Leihwagen Andalusien erkunden, müssen Kim und Viola noch unseren Proviantnachschub über sich ergehen lassen. Was bietet sich mehr an als ein Auto und 4 zusätzliche Hände.
In St. Maria del Puerto besichtigen wir unter Anderem die Bodega von Osborne und lassen es uns nach einer Führung bei der Verkostung die leckeren Sherryweine schmecken. Ein paar Fläschchen von diesem Getränk finden ihren Weg in den Kofferraum des Wagens.


Bodega Osborne

Bodega Osborne

Der nächste Tag führt uns nach Ronda, einem abgelegenem Bergdorf. So steht es im Reiseführer. Der Weg dorthin führt tatsächlich durch die Berge und ist landschaftlich wunderschön. Ronda selbst hat einen sehr malerischen alten Ortsteil, der aber für unseren Geschmack mittlerweile viel zu touristisch ist und dem Begriff „ einsam“ nicht mehr gerecht wird.

Ronda

In Sevilla verbringen wir 2 Tage und feiern bei einer ausgiebigen Tapastour durch die Gassen der Altstadt Sabines 50.Geburtstag.
Nachdem unser Besuch nach einer sehr schönen und ereignisreichen Zeit wieder in die Heimat fliegt, fangen wir an unsere Überfahrt zu den Kanaren vorzubereiten. Wir testen zum ersten Mal unsere Windsteueranlage in der Bucht von Gibraltar, fahren zum tanken in den  Englischen Teil, dort ist der Diesel um einiges günstiger, und kochen Fleisch ein. Zu unserem Leidwesen macht uns mal wieder das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Der Wind dreht auf West und pfeift genau aus der Richtung, in die wir wollen. Außerdem zieht ein Tiefdruckgebiet nach dem Anderen über den Atlantik. So heißt es warten. Vom Wetter zum warten verdammt, mieten wir uns noch mal einen Wagen und machen Ausflüge nach Cadiz und Tarifa.
Im Hafen von La Linea treffen zu 90% Schiffe ein, die entweder vom Mittelmeer in den Atlantik oder umgekehrt fahren wollen. Dementsprechend ist die Atmosphäre. Überall wird gebastelt, repariert und proviantiert. Die Waschmaschinen im Hafen laufen ununterbrochen.  In La Linea, welches einem anfänglich recht trostlos erscheint, entdeckt man nach längerem Erkunden durchaus einen gewissen Charme. In der Markthalle bekommt man frischen Fisch, Obst, Gemüse und erstklassiges Fleisch, zu zivilen Preisen. Wir haben uns in die Stücke vom Iberischen Schweinchen verliebt. Zum Frühstücken sind wir oft in die Markthalle in eine der Tapasbars gegangen und haben uns dort günstig verwöhnen lassen. Die Menschen dort haben Freude daran, einem Touristen, der sich dorthin verirrt, ihre Gerichte zu servieren.