Freitag, 3. Oktober 2014

Es Trenc -> Colonia Sant Jordi -> Sa Rapita


Vor unserer Abreise aus Deutschland haben wir im Juni eine Palette und mehrere Umzugkartons mit einer Möbelspedition nach Mallorca verschickt und in Palma einlagern lassen. Diese wollen wir nun abholen. Hierfür haben wir im Club Nautic Sa Rapita in der Zeit vom 02.09. bis zum 05.09.2014 einen Hafenplatz reserviert. Die Zeit bis dahin verbringen wir in der Bucht vor Colonia Sant Jordi. Dieses ehemalige Fischerdorf ist, wie alle anderen Küstenorte auf Mallorca, vom Tourismus erobert worden. Doch hält sich dieser hier in einem erträglichen Rahmen. Es gibt sehr gute Einkaufsmöglichkeiten und eine Fülle von Restaurant und Bars. In Colonia Sant Jordi verbringen wir 4 ruhige Tage und laufen am 02.09.2014 in Sa Rapita ein. Entgegen dem allgemeinen Ruf, der spanischen Hafenmitarbeitern anlastet, ist das Personal äußert freundlich und hilfsbereit. Der Hafen ist einschließlich der sanitären Einrichtungen sauber und gut durchorganisiert. Einziger Mangel sind die in der Hauptsaison, die bis Ende September andauert, mit EUR 80,00 pro Tag anfallenden Liegeplatzgebühren. Am Flughafen in Palma holen wir unseren Leihwagen ab und füllen im Carrefour unsere Vorräte auf. Am Folgetag machen wir uns zum Lager der Möbelspedition auf. Alles läuft reibungslos und wie geplant ab. Insgesamt müssen wir unseren Wagen 3 Mal beladen, um alles nach Sa Rapita bringen zu können. Hiermit und den bereits verstauten Vorräten, sinkt Pamina mehrere Zentimeter tiefer ins Wasser.
Am 04.09.2014 haben wir Zeit, die Insel etwas zu erkunden. Wir fahren durch das Tramuntana Gebirge an der Westküste. Auf Serpentinen führt die Strasse hoch auf die Berge mit mehreren wunderschönen Aussichtspunkten. Zum späten Nachmittag haben wir uns mit meiner Schwester und ihrer Familie zu einem Grillabend verabredet. In der Nähe von La Pobla verbringen sie ihren Sommerurlaub. Nach einem sehr netten Abend verabreden wir uns zu einem nächsten Treffen auf Pamina, welches am 10.09.2014 am Es Trenc–Strand vor Anker bei herrlichem Wetter statt fand.
Schon seit mehreren Monaten hatten wir das Problem, das Wasser durch unsere Ruderanlage ins Schiffsinnere gelangte und die Ruderwelle erhebliches Spiel aufwies. Eine Reparatur vor unserer Abfahrt in Tunesien durchzuführen, war uns aufgrund der dort angebotenen Arbeitsqualität, zu riskant. Da in den letzten Wochen immer mehr Wasser eindrang, entschieden wir uns, die Reparatur auf Mallorca nachzuholen. Aus früheren Jahren her kannten wir Eckerhard Gentz (genannt „Otto“), der uns schon vor einigen Jahren sehr sachkundig und zuverlässig geholfen hatte. Als gelernter Bootsbauer ist er seit einigen Jahrzehnten in Sa Rapita tätig und besitzt ein umfassendes Wissen. Da er jedoch leider zu dieser Zeit in Deutschland war und erst am 09.09.2014 nach Mallorca zurückkam, hatten wir einige Tage zu überbrücken. Wir entschlossen uns, zur Insel Cabrera zu segeln. Hierbei handelt es sich um ein streng überwaches Naturschutzgebiet, in dem man nach Anmeldung und Zahlung einer Gebühr, in einer großen und geschützten Bucht an einer Boje festmachen und übernachten darf. Da dort generell der Fischfang verboten ist, erschloss sich uns beim Schnorcheln eine Vielfalt an Fischen, die wir bisher im Mittelmeer noch nicht gesehen haben. Außer einer kleinen Ansiedlung mit einer Bar und ehemaligen Militärgebäuden ist diese Insel unverbaut. Die Unterkünfte der Soldaten wurden sehr schön renoviert und können nun für maximal 2 Übernachtungen angemietet werden. Wer die Abgeschiedenheit und Natur liebt, ist hier richtig aufgehoben.
Am 10.10.2014 haben wir uns in Sa Rapita mit „Otto“ getroffen, um die Reparatur zu besprechen. Wie vermutet, musste Pamina hierzu aufs Trockene. Schnell und unkompliziert konnten wir einen Krantermin für den Folgetag vereinbaren. Geplant war eine Reparaturdauer von ca. 1 Woche. Nach dem Ausbau des Ruders war uns jedoch schnell bewusst, dass dieser Zeitplan zu optimistisch war. Erst am 02.10.2014 schwamm Pamina wieder im Hafenbecken. Die Ruderwelle hat sich im Laufe der Jahre derart abgeschliffen, dass sie komplett erneuert werden musste. Hierzu wurde sie aus dem Ruder herausgeflext und ging erst einmal als Muster zu einem Schlosser in Palma, der eine neue Weller drehen sollte. Ebenfalls wurden 2 Bronzelager neu hergestellt und die benötigten Simmerringe bestellt. Die Zeit auf der Werft haben wir genutzt, um Pamina im Unterwasserbereich mit mehreren Schichten Rostschutz und Antifouling zu versehen. Auch haben wir Palma einen eintägigen Besuch abgestattet. Nach unserer Einschätzung ist dies eine der schönsten Mittelmeer-Städte, die wir kennen. Neben der Cathedrale schlängen sich viele kleine Gassen, in denen es einem schwer fällt, die Orientierung zu behalten.
Zu unserer großen Überraschung und Freude kamen während dieser Zeit Inga und Horst Froitzheim nach Sa Rapita, um dort 2 Wochen Urlaub zu machen. Horst Froitzheim war viele Jahre Mitinhaber des Logistikunternehmens, in dem ich angestellt war. Durch ihn habe ich das Segeln im Mittelmeer erstmals erleben dürfen, woraus die spätere Leidenschaft entstanden ist. 3 sehr schöne Abende konnten wir bis zu unserer Abfahrt gemeinsam verbringen. Nachdem am 02.10.2014 Pamina wieder im Wasser schwamm, segelten wir nach Colonia Sant Jordi, glücklich, wieder das Meer um uns zu haben und stolz auf unsere neue Rudelanlage ohne eindringendes Wasser und Spiel in der Welle.

Otto beim Anpassen der neuen Ruderwelle

Unser Landplatz im Hafen von Sa Rapita

Einbau des reparierten Ruders